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Mozilla: Thunderbird 3 wildert bei Microsoft

Das E-Mail-Programm Thunderbird verfügt weltweit über weniger als zehn Prozent Marktanteil. Unzufriedene Outlook-Nutzer will Mozilla mit dem neuen Thunderbird 3 überzeugen.

10.11.2009, 14:20 Uhr
Microsoft© Microsoft

Mozilla ist in Feierlaune: der Browser Firefox feiert fünfjährigen Geburtstag. Die Alternative zum Internet Explorer konnte dem Marktführer Microsoft in den zurückliegenden Monaten zunehmend Marktanteile abnehmen. In Deutschland nutzen inzwischen über 40 Prozent der Internetsurfer den Browser mit dem Fuchs-Logo. Im Schatten des Firefox steht weiterhin das E-Mail-Programm Thunderbird. Die verantwortliche Mozilla-Tochter Mozilla Messaging will nun neue Anwender für Thunderbird gewinnen und wildert dabei im Garten von Microsoft.
Outlook-Nutzer von Thunderbird überzeugen
Der US-Softwareriese Microsoft beherrscht mit seinem Büropaket Office und dem darin enthaltenen Outlook über 90 Prozent des Marktes. Der weltweite Marktanteil von Thunderbird liegt dagegen deutlich unter zehn Prozent. "Ich strebe nicht 90 Prozent an, aber wir möchten schon deutlich zulegen", so David Ascher, Vorstandschef von Mozilla Messaging gegenüber der "Financial Times Deutschland" (FTD). Über einen großen Werbeetat verfügt Mozilla dabei nicht und setzt daher verstärkt auch auf unzufriedene Nutzer von Microsoft Outlook. Das neue Betriebssystem Windows 7 wird ohne eigenes E-Mail-Programm ausgeliefert. Microsoft empfiehlt stattdessen die Nutzung des Gratisprogramms Windows Live Mail.
Thunderbird 3: Finale Version in wenigen Wochen
Eine vierte Beta-Version von Thunderbird 3 ist seit Ende September verfügbar. In dieser Woche soll Thunderbird 3 als Vorschauversion erscheinen, in den kommenden Wochen starte dann die finale Version. Im neuen Thunderbird 3 finden sich Firefox-Technologien wie die Darstellung von Webseiten sowie eine verstärkte Webintegration. Mit dem Add-on Lightning, einem eigenen Kalender aus dem Hause Mozilla, soll Thunderbird weiter gegen Outlook punkten. Doch Mozilla Messaging-Chef Ascher macht auch weitere Konkurrenten durch Online-Dienste wie Google oder Yahoo aus.
Mit Raindrop, eine in einer frühen Experimentierphase befindlichen webbasierten Weiterentwicklung von Thunderbird, will Mozilla zudem mit Google Wave Schritt halten. Die Zukunft der E-Mail sieht Ascher - auch angesichts von neuen Diensten wie Twitter - optimistisch: "E-Mail wird es immer geben, weil sich diese neuen Werkzeuge nicht für alle Arten der Kommunikation eignen".

(Jörg Schamberg)

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