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Motorola sorgt für Angst und Schrecken

Im zweiten Geschäftsquartal wurden von Motorola wohl erstmals weniger Handys verkauft als vom Wettbewerber Samsung. Dramatisch ist vor allem die Höhe des Absatzeinbruchs.

13.07.2007, 11:46 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Es war eine Erfolgsstory: Mitte 2004 stellte der US-Handyhersteller Motorola ein Mobiltelefon vor, das sich weltweit zu einem Kultobjekt entwickelte. Das so genannte RAZR verkaufte sich millionenfach und sorgte für einen warmen Geldsegen in Motorolas Kassen. Durch den Erfolg beflügelt folgten weitere Modelle als UMTS-, HSDPA- oder auch iTunes-Version. Doch so erfolgreich Motorola in den letzten Jahren war, so dramatisch ist es jetzt um den Konzern bestellt. Die Prognose für das laufende Jahr musste korrigiert und sogar ein zu erwartender Verlust angekündigt werden.
Samsung schließt auf
Für Motorola-Chef Edward Zander könnten die kommenden Monate entscheidend sein. Nimmt das Motorola-Geschäft weiter eine rasante Talfahrt, könnte es schlecht um seinen Job an der Konzernspitze stehen. Dramatisch ist vor allem die Entwicklung im Kerngeschäft. Im zweiten Geschäftsquartal rechnet Zander nur noch mit 36 Millionen verkauften Handys.
Obwohl der Gesamtmarkt um zehn Prozent wächst würde diese Zahl für Motorola einen um 30 Prozent geringeren Absatz als noch ein Jahr zuvor bedeuten. Ein Horrorszenario für Motorolas Aktionäre, gefährlich aber auch für die Mitarbeiter. Schon in den zurückliegenden Monaten wurden reichlich Stellen abgebaut, dieser Trend könnte sich noch verschärfen.
Nicht minder pikant: Marktanalysten erwarten nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland", dass Konkurrent Samsung im zweiten Quartal insgesamt 37 Millionen Handys verkaufen wird und damit erstmals mehr als der US-Konkurrent. Fondsmanager Matthew Kelmnon von Kelmore Investments prognostiziert wohl nicht nur aus diesem Grund, dass die Firma "einen Neuanfang" braucht – möglicherweise ohne Konzernchef Zander.

(Hayo Lücke)

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