Kabel-TV-Geschäft problematisch

Monopolkommission: Unitymedia-Übernahme kann Breitbandausbau beschleunigen

Achim Wambach, der Chef der Monopolkommission, sieht in der Übernahme von Unitymedia durch Vodafone durchaus einen Vorteil beim Breitbandausbau. Gegenüber dem "Handelsblatt" äußerte er jedoch auch Bedenken für den Wettbewerb im Bereich Kabel-TV.

Unitymedia Hauptsitz KölnKann Vodafone Unitymedia wie geplant übernehmen? Der Deal hat Vor- und Nachteile.© Unitymedia GmbH

Düsseldorf – Vodafone will den Kabelnetzbetreiber Unitymedia (www.unitymedia.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) übernehmen, das ist seit Mittwoch auch offiziell bekannt. Ob die zuständigen Wettbewerbsbehörden, allen voran die EU-Wettbewerbshüter in Brüssel, dem Milliardendeal grünes Licht geben werden, ist noch unklar. In Deutschland hat jetzt Achim Wambach, der Chef der Monopolkommission, gegenüber dem "Handelsblatt" seine Einschätzung zum Kauf von Unitymedia durch Vodafone gegeben.

Vor- und Nachteile der Fusion von Vodafone und Unitymedia

Demnach sieht Wambach durchaus Vorteile bei einem Zusammengehen der beiden Kabelnetzbetreiber. "Die Fusion von Unitymedia und Vodafone schafft einen großen neuen Spieler auf dem Breitband-Markt, was den Wettbewerb dort beleben wird", so Wambach. Das werde sich auf den Breitbandausbau positiv auswirken.

Dagegen sieht der Chef der Monopolkommission mögliche Probleme auf dem Kabelmarkt bei der Übertragung von TV-Programmen per Kabelnetz. "Es kommt jetzt darauf an, wie schwer für die zuständige Wettbewerbsbehörde die Vorteile auf dem Breitbandmarkt gegenüber den möglichen Nachteilen auf dem Kabelmarkt wiegen", erläuterte Wambach gegenüber dem "Handelsblatt".

Monopolkommission ist nur ein Beratungsgremium

Die Monopolkommission selbst hat allerdings keine Entscheidungsbefugnisse. Sie ist ein unabhängiges Beratungsgremium, das unter anderem die Bundesregierung rund um Wettbewerbsrecht und Regulierung berät. Dazu veröffentlicht sie auch entsprechende Gutachten. Die Zustimmung oder Ablehnung der Fusion von Vodafone und Unitymedia dürfte wohl in Brüssel entschieden werden, da die Unitymedia-Mutter Liberty Global auch weitere Tochtergesellschaften in anderen europäischen Ländern an Vodafone verkaufen will.

Die Stimme der Bonner Bundesnetzagentur dürfte aber auch Gewicht haben. Die deutsche Regulierungsbehörde hat bereits eine Marktuntersuchung gestartet. Denkbar sei eine Öffnung der Kabelnetze für andere Anbieter in Regionen, wo Kabelnetzbetreiber eine "marktmächtige Position" erlangt haben.

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Jörg Schamberg

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