"Graue Flecken"

Mobilfunknetzbetreiber schließen gemeinsam Funklöcher

Im Kampf gegen Funklöcher wollen die drei Mobilfunknetzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland gemeinsam die sogenannten "Grauen Flecken" schließen. Dazu teilen sie sich an manchen Orten Mobilfunkstandorte.

Jörg Schamberg, 19.01.2021, 10:11 Uhr (Quelle: DPA)
HandymastHunderte Mobilfunkstandorten wollen die drei Netzbetreiber gemeinsam nutzen, damit Funklöcher beseitigt werden können.© Wolfgang Cibura / Fotolia.com

Damit Handynutzer auf dem Land keine Funklöcher mehr haben, wollen Deutschlands Mobilfunkbetreiber bei der Netzabdeckung mancherorts gemeinsame Sache machen. Wie die Firmen am Dienstag mitteilten, unterzeichnete Telefónica (O2) mit der Deutschen Telekom sowie mit Vodafone jeweils eine Absichtserklärung für die Schließung von sogenannten "Grauen Flecken" im Laufe dieses Jahres. Hierbei geht es um Gebiete, in dem nur eins der drei deutschen Mobilfunknetze zu empfangen ist und die Kunden mit Handyvertrag für die anderen zwei Netze also im Funkloch stecken.

Kooperationen für insgesamt 2.400 Standorte

Die zwei Kooperationsvereinbarungen zu 4G (LTE) umfassen insgesamt 2..400 Standorte, an denen die Sendetechnik und die Antennen gemeinsam genutzt werden und die Kunden der unterschiedlichen Anbieter mit dem Netz verbinden. Die Standorte liegen in dünn besiedelten Gegenden Deutschlands - dort ist ein wirtschaftlicher Betrieb der Antennen schwierig. Durch die gemeinsame Nutzung der Standorte sind die Kosten für die Netzbetreiber niedriger als bei einem Alleingang.

Telefónica-Deutschlandchef Markus Haas erklärte, dass für schnelle Fortschritte in der Mobilfunkversorgung "eine gemeinsame Kraftanstrengung aller Beteiligten erforderlich" sei. "Die kooperative Mitnutzung von Standorten ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg und ein gutes Signal an Deutschlands Mobilfunkkunden." Die Deutschlandchefs der Telekom, Srini Gopalan, und von Vodafone, Hannes Ametsreiter, sahen es ähnlich.

Telefónica Deutschland steckt Erlöse aus Funkmastenverkauf in Netzausbau

Telefonica Deutschland (O2) will die Erlöse aus seinem Funkmasten-Deal mit der spanischen Telxius in die Infrastruktur und ins Geschäft investieren. Dafür wolle der Vorstand einen "erheblichen Teil" der erzielten Summe von 1,5 Milliarden Euro aufwenden, teilte Telefonica Deutschland am Dienstag anlässlich eines Strategie-Updates in München mit.

"Der weitere Ausbau unseres starken O2 Netzes und die weitere Verbesserung unserer Angebote für Privat- und vor allem Geschäftskunden vor allem durch gebündelte Mobilfunk- und Festnetzservices sind der Schlüssel zu profitablem Wachstum", sagte Unternehmenschef Markus Haas. Telefonica hatte im Sommer vergangenen Jahres rund 10.000 Masten an eine andere Tochter seines spanischen Mutterkonzerns ausgelagert.

100 Millionen Euro für neue Glasfasergesellschaft

So plant der Konzern etwa, 100 Millionen Euro in die neue Glasfasergesellschaft "Unsere Grüne Glasfaser" zu stecken. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Allianz und der Telefonica-Mutter mit einem Volumen von mehr als fünf Milliarden Euro. Telefonica ist zu 10 Prozent an der Gesellschaft beteiligt. Mit dem Geld soll ein in diesem Jahr fällig werdender Schuldschein in Höhe von 500 Millionen Euro getilgt werden.

An seinen Mittelfristzielen bis 2022 hält der Konzern derweil fest. Diese hatte Telefonica Ende 2019 vorgestellt. Der Vorstand peilt zwischen 2020 und 2022 ein kumuliertes Umsatzwachstum von mindestens fünf Prozent an. Gleichzeitig soll die Profitabilität kontinuierlich gesteigert werden. Bis Jahresende will Telefónica Deutschland / O2 über 30 Prozent der Haushalte in Deutschland mit 5G erreichen, bis 2025 dann ein flächendeckendes 5G Netz hierzulande ausgerollt haben.

Günstige Handytarife finden
Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang