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Mobiles Internet: EU regelt Frequenzöffnung

Nicht nur in Deutschland werden Rundfunkfrequenzen im Rahmen der Digitalen Dividende frei und für mobiles Internet geöffnet. Die EU-Kommission hat nun für alle EU-Staaten per Beschluss technische Regeln in Hinblick auf das 800-MHz-Band festgelegt.

07.05.2010, 13:52 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Am Donnerstag knackte die Summe der Höchstgebote bei der seit dem 12. April laufenden Frequenzversteigerung die Marke von 3 Milliarden Euro. Bei der Auktion unter der Federführung der Bundesnetzagentur stehen auch Frequenzen der sogenannten Digitalen Dividende im 800 Megahertz-Band zur Versteigerung an. Diese sollen künftig für den Ausbau des mobilen Internets genutzt werden. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen EU-Ländern werden Frequenzen in diesem Bereich frei. Die EU hat daher in einem Beschluss harmonisierte Vorschriften zur Förderung von Funk-Breitbanddiensten festgelegt. Unter anderem sollen auch funktechnische Störungen durch die technischen Regeln vermieden werden.

Beschluss vorerst nicht verpflichtend

EU-Mitgliedsländer müssen nun bei einer Änderung ihres bestehenden nationalen Frequenzplans den EU-Beschluss beachten. Die effiziente Nutzung von LTE oder WiMAX soll durch die harmonisierten technischen Vorschriften im 800-MHz-Band gewährleistet sein. Zwar sei der Beschluss alleine noch keine Verpflichtung für die Mitgliedsstaaten, den Frequenzbereich zwischen 790 und 862 Megahertz (MHz) für drahtlose Breitbanddienste freizumachen. Eine solche Verpflichtung zieht die EU jedoch in Erwägung. Derzeit arbeitet die EU-Kommission an einem frequenzpolitischen Programm, das auch einen Termin enthalten könnte, bis zu dem alle Mitgliedsstaaten den 800-MHz-Frequenzbereich für mobile Breitbanddienste öffnen müssten.

"Dieser Beschluss ebnet den Weg für die Verwirklichung innovativer Breitbandtechnologien und für die Deckung der rasch wachsenden Nachfrage nach Drahtlosdiensten", sagt die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes. "Die Mitgliedstaaten sollten nun die nötigen Schritte zur Durchführung des Beschlusses unternehmen, damit die europäischen Unternehmen und Bürger die Vorteile der Umstellung auf Digitalfernsehen umfassend nutzen können", so Kroes weiter.

Günstigere flächendeckende Versorgung

Die Infrastrukturkosten lägen bei Verwendung von mobilen Breitbanddiensten im 800-MHz-Band laut Schätzungen von Experten rund 70 Prozent niedriger als bei der aktuell genutzten UMTS-Technologie. Die flächendeckende Versorgung mit drahtlosen Breitbanddiensten dürfte sich nach Einschätzung der EU verbessern, da der Netzaufbau mit geringeren Kosten verbunden sei.

Durch ein rasches, koordiniertes Vorgehen der EU-Staaten bei einer Neuregelung dieses Frequenzbandes könne die europäische Wirtschaft durch wirtschaftliche Impulse in einer Größe von bis zu 44 Milliarden Euro profitieren. Dann könne auch bis Ende 2013 das Ziel erreicht werden, schnelle Breitbanddienste für alle EU-Bürger bereitzustellen. Bis 2020 sollen die Bandbreiten auf bis zu 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) und mehr erhöht werden.

(Jörg Schamberg)

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