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Mobile Navigation boomt auch in diesem Jahr

3,2 Millionen Navigationsgeräte sollen 2007 in Deutschland verkauft werden. Die Bitkom fordert daher den baldigen Start von Galileo. Marktführer Garmin stellt neue Geräte vor.

15.03.2007, 18:31 Uhr
CeBIT© CeBIT

Mobile Navigationsgeräte werden immer beliebter: Allein 2006 gingen in Deutschland zwei Millionen Geräte über den Ladentisch, in diesem Jahr sollen es sogar 3,2 Millionen Wegweiser werden. Umso bedenklicher ist es, dass der Start des europäischen Satellitensystems Galileo, das GPS ablösen könnte, immer weiter nach hinten geschoben wird.
Deutschland Spitze
Nirgendwo werden mehr mobile Navigationssysteme verkauft, als in Deutschland, gab der Bundesverband für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) anlässlich der CeBIT bekannt. Kaum jemand möchte noch auf die praktischen Minicomputer verzichten, um im Auto die Route zu finden. Dabei sind vor allem Geräte der niedrigen Preisklasse beliebt, rund 70 Prozent aller 2006 verkauften mobilen Wegweiser kosteten weniger als 400 Euro. Lebensmitteldiscounter setzten 25 Prozent aller Geräte ab.
Gerade weil die Geräte inzwischen so verbreitet sind, fordert der Bitkom Bund und Länder auf, die Geodaten zur Erstellung von Kartenmaterial häufiger zu aktualisieren und einfacher als bisher zur Verfügung zu stellen. Aktuelles Kartenmaterial sei schließlich im Interesse aller, da eine gute Wegweisung Staus verhindere. Galileo verspätet
Gleichzeitig appellierte der Bitkom an die Bundesregierung, sich für ein zügiges Vorankommen des europäischen Satellitensystems Galileo einzusetzen. Das Projekt soll einen neuen Standard für die Navigation setzten und eine bessere Ortungsgenauigkeit, ein stärkeres Empfangssignal und eine bessere Verfügbarkeit als etwa GPS bieten.
Doch bisher ist erst einer der 30 geplanten Navigationssatelliten im All, und der für 2008 geplante Start könnte sich bis 2014 verzögern. Dadurch ist das Projekt gefährdet. Die Millionensummen, die bereits in das Projekt investiert würden, könnten verloren gehen, wenn beispielsweise die USA bis dahin ein gleichwertiges oder besseres System entwickeln würden.
Neue Produkte
Neben Navigon hat inzwischen auch Garmin auf der CeBIT neue Navigationsgeräte angekündigt. Das Einsteigergerät der nüvi-Serie 200 bringt ein 3,5-Zoll-Bildschirm und eine integrierte GPS-Antenne mit und wird komplett über den Touchscreen bedient. Das Gerät wiegt lediglich 117 Gramm und läuft rund vier Stunden ohne Netzstrom. Je nach Größe des mitgelieferten Kartenmaterials kostet es zwischen 249 Euro (regionales Kartenmaterial) und 449 Euro (Kartenmaterial für Europa und Nordamerika).
Neu sind außerdem das Mittelklasse-Modell nüvi 370 sowie das Topmodell nüvi 670, die mit einem FM-Transmitter ausgestattet sind. So können sie die Sprachwiedergabe für die Navigation oder Musik an das Autoradio übertragen. Das nüvi 370 soll 649 Euro kosten, das 670 soll für 699 Euro zu haben sein. Die Geräte sind laut Garmin im Verlauf dieses Monats erhältlich.

(Klaus Wiesen)

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