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mobilcom-Hauptversammlung mit Zwischenfällen

Aktionäre stören mobilcom-Chef bei seiner Rede. Ein Teilnehmer wurde des Saales verwiesen.

24.08.2005, 08:38 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Im Zuge der geplanten Fusion von mobilcom mit seiner Internet-Tochter freenet wird der Telekommunikations-Konzern einen außerordentlichen Gewinn von 800 Millionen Euro bis zu einer Milliarde Euro verbuchen. Grund sei die Aufdeckung stiller Reserven bei freenet, erklärte der scheidende mobilcom-Chef Thorsten Grenz auf einer außerordentlichen mobilcom-Hauptversammlung. Damit sei aber noch keine Vorentscheidung über die Verwendung des Bilanzgewinns getroffen.
Verwendung noch unklar
Über die Verwendung des Bilanzgewinnes müsse die Hauptversammlung der neu entstehenden Aktiengesellschaft Telunico entscheiden, sagte Grenz. Der Vize-Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, hatte am Montag die Befürchtung geäußert, dass auf Druck des Großaktionärs bei mobilcom, der US-Investmentgesellschaft Texas Pacific Group, bis zu eine Milliarde Euro an die Aktionäre ausgeschüttet werden könnten. Dies könne die Zukunft des Unternehmens und damit Tausende von Arbeitsplätzen gefährden. Auch Mitarbeiter und einige Anteilseigner hatten sich besorgt gezeigt.
Die mobilcom-Aktionäre sollten am späten Dienstagabend oder am Mittwoch dem Zusammenschluss mit freenet zustimmen. Am Donnerstag und Freitag folgen die Freenet-Anteilseigner. Drei Viertel der anwesenden Aktionäre müssen die Fusion absegnen. Grenz sagte in seiner Rede, durch die Fusion entstehe ein schlagkräftiges Unternehmen, das Mobilfunk, Festnetztelefonieren und Internetdienstleistungen aus einer Hand anbieten könne. Es würden durch die Fusion Kosten gespart und Synergieeffekte genutzt.
Zwischenfälle registriert
Nach der Rede des mobilcom-Chefs kam es auf der Hauptversammlung zu Zwischenfällen. Aktionäre verhinderten eine Aussprache zur Rede von Grenz, indem sie Anträge zur Geschäftsordnung stellten. Ein Teilnehmer wurde wegen ungebührlichen Verhaltens des Saales verwiesen. Er wollte das Podium stürmen, wo der Aufsichtsrat Platz genommen hatte, nachdem er seine Rede beendet hatte. Sechs Security-Angestellte konnten ihn von diesem Vorhaben abhalten und ins Foyer begleiten. mobilcom Aufsichtsratchef Dieter Voger mahnte kurz zuvor: "Gehen Sie freiwillig raus, dann brauchen wir Ihnen keine Gewalt anzutun."

(Hayo Lücke)

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