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Mit Fingerspitzengefühl: Cowon iAudio D2 im Test

Cowon hat einen schicken, neuen Player mit Touchscreen auf den Markt gebracht, der Musik, Fotos und Videos abspielt und ohne Probleme in die Hosentasche passt. Die Redaktion hat den Kleinen getestet.

18.03.2007, 08:32 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Multimedia-Player sind nicht nur bekannt für ihre zahlreichen Funktionen, sondern auch für ihr großes Format. In die Hosentasche passen nur wenige von ihnen. Wer in der Vergangenheit auf der Suche nach einem guten Multimedia-Player für unterwegs war, musste meist Kompromisse machen. Jetzt haben die Koreaner von Cowon einen neuen Player auf den Markt gebracht, der Musik, Fotos und Videos wiedergibt und so klein ist, dass er ohne Probleme in die Tasche gesteckt werden kann. Die Redaktion hat den kleinen Alleskönner getestet.
Berühr mich!
Cowon hat seinen neuen Vorzeige-Player allein deshalb schon kleiner gestalten können, da die Koreaner dem iAudio D2 ein berührungsempfindliches Display spendiert haben. Nur an der Oberseite des Players befinden sich vier Knöpfe: ein Schieberegler, mit dem der Player ein- und ausgeschaltet sowie die Tastensperre aktiviert wird, plus zwei Tasten zur Lautstärkeregelung sowie eine, die direkt ins Menü leitet. Ansonsten wird komplett über das Display navigiert.
Zu den Fakten: Mit seinen 7,8 x 5,5 x 1,7 Zentimetern ist der Cowon iAudio D2 für einen Multimedia-Player extrem kompakt. Doch ist der Bildschirm dann überhaupt groß genug, um Videos zu sehen? In dieser Hinsicht muss sich der Nutzer keine Sorge machen, denn nahezu die komplette Vorderseite wird vom Display eingenommen. Die Abmessungen betragen 3,9 x 5,2 Zentimeter und das iAudio-Display ist damit in etwa so groß, wie das Display des iPod-Video. Obwohl der Cowon iAudio D2 ein Plastikgehäuse besitzt, macht er einen sehr hochwertigen Eindruck. Die Verarbeitung ist gut, der Player liegt mit seinen 91 Gramm dabei auch nicht zu schwer in der Hand.
Der Winzling besitzt aber keine Festplatte, sondern einen Flash-Speicher, wahlweise mit zwei oder vier Gigabyte Speicherplatz. Wer also neben Musik- und Fotodateien, auch für Videos Platz auf dem Player haben will, sollte beim Kauf besser zu den vier Gigabyte Speicher greifen. Pluspunkt: Der iAudio D2 kann zusätzlich noch mit einer SD- oder MMC-Speicherkarte bestückt werden. An der Unterseite befindet sich ein Slot, der ab Werk mit einer nicht funktionstüchtigen Plastikkarte bestückt ist, damit kein Dreck in den Einschub gelangt. An der linken Player-Seite befinden sich der Kopfhörer-Anschluss und unter einer Schutzklappe eine USB-Verbindungsbuchse, ein Anschluss für das Netzteil und ein Reset-Knopf.
Im Lieferumfang sind die wichtigsten Zubehörteile enthalten. Mit dabei sind Kopfhörer, ein Netzteil, ein USB-Kabel, eine Software-CD und eine kurze Bedienungsanleitung. Nach einer Schutzhülle sucht der Käufer im Karton aber vergeblich. Hier sollte nachträglich noch eine passende Hülle oder Tasche angeschafft werden, damit der Touchscreen in der Hosentasche geschützt wird und nicht verkratzt. Los geht’s: Den Schieberegler kurz nach links gedrückt und der kleine Player zeigt, was er kann. Das Display ist ausreichend hell, auch von der Seite noch gut sichtbar und die Farben sind brillant. Das Hauptmenü ist nahezu selbst erklärend. Sieben große Symbole säumen die Oberfläche und können entweder mit dem mitgelieferten Stift oder ganz einfach mit dem Finger auf dem Touchscreen angewählt werden. Wird der Touchscreen mit der Hand bedient, so sollte ein Poliertuch in der Nähe sein. Denn allzu schnell ist das Display mit Fingerabdrücken überzogen.
16 Millionen Farben
Das 2,5-Zoll LC-Display besitzt eine Auflösung von 320 x 240 Pixel und kann mehr als 16 Millionen Farben darstellen. Damit schafft das 24-Bit Display mehr Farben als etwa der iPod-Video oder der Zen Vision W. Das Menü ist logisch aufgebaut. Doch je weiter der Nutzer in die tieferen Ebenen vordringt, desto öfter muss er nach einzelnen Einstellungen oder Unterpunkten suchen.
Eine Funktion, mit der das Menü nach den eigenen Wünschen angepasst werden kann, ist leider nicht vorhanden. Der Menütaste und dem Hold-Schieberegler können aber auch wenige andere vorgegebene Funktionen zugewiesen werden. Wird der Player über das USB-Kabel mit dem Rechner verbunden, so kann er entweder als externer Datenträger über Windows XP befüllt werden oder über die auf der CD mitgelieferte Software. Es gibt somit keinen Software-Zwang, wie etwa bei den iPods von Apple. Auch bei den Sonderfunktionen kann der Cowon iAudio D2 ordentlich punkten. Der Winzling kommt nicht nur mit einem integrierten Radio daher, sondern kann unter anderem auch auf Knopfdruck vom Radio aufnehmen und als Diktiergerät genutzt werden. Auch an eine Einschlaf- und Weckfunktion haben die Hersteller gedacht.
Der Player verfügt außerdem über eine "TV-Out"-Funktion und kann die gespeicherten Inhalte auch auf einem Fernseher wiedergeben. Ausgeklügelt ist auch der kleine Stift, der mit einer dünnen Gummiband am Player befestigt ist: Wird er mit dem breiten Ende in eine Lücke an der rechten Seite des Geräts geschoben, so wird er zum Standfuß.
Mit der Stromversorgung kann der Nutzer mehr als zufrieden sein: Laut Hersteller hält der Akku im Musikbetrieb bis zu satte 52 Stunden und im Videomodus bis zu zehn Stunden durch. Das ist mehr als durchschnittlich. Diese Angaben konnten in unserem Test bestätigt werden. Bei den unterstützten Dateiformaten erweist sich der iAudio D2 zudem sehr flexibel. Der Player gibt Musikdateien in den Formaten MP3, WMA, WAV, OGG und FLAC wieder. Im Videobetrieb unterstützt er MPEG-4 und WMV. Außerdem kann der iAudio D2 JPEG- und TXT-Dateien anzeigen. Ein bisschen mehr Bass gefällig? Oder vielleicht ein satter Surround-Sound? Der Klang über die mitgelieferten Kopfhörer lässt kaum Wünsche offen: Der Sound ist mehr als gut und kann ganz nach Wunsch des Nutzers modifiziert werden. Fünf Equalizer-Modi sind bereits voreingestellt, der Nutzer kann zudem den Klang über den Equalizer frei definieren. Das war aber noch nicht alles: mit BBE, Mach3Bass, Stereo Enhance, 3D Surround, MP Enhance oder auch JetEffect kann der Sound weiter verbessert werden. Diese zahlreichen Möglichkeiten lassen das Herz eines jeden Sound-Fans höher schlagen.
Empfehlenswert, aber teuer
Doch auch der Cowon iAudio kann nicht in allen Belangen punkten. Die Videofunktion ist zwar mehr als gelungen, wird aber für einige sicherlich durch den vergleichsweise kleinen Speicher getrübt: Zwei Gigabyte sind für einen Multimedia-Player zu wenig. Mit vier Gigabyte lässt sich zwar leben, aber spätestens vor dem Ladenregal wird sich ein weiterer Nachteil offenbaren: der Preis.
Beim vom Hersteller angegebenen Preis von 219 Euro für die Zwei-Gigabyte-Variante und 259 Euro für den iAudio D2 mit vier Gigabyte Flash-Speicher wird so mancher interessierte Käufer sicher erst einmal schlucken müssen – zumal für den Betrag bei anderen Herstellern schon Modelle mit rund 30 Gigabyte Festplatten-Speicher erhältlich sind.
Fazit
Wer sich mit zwei bis vier Gigabyte Speicher zufrieden gibt und das Geld in den ansonsten rundum gelungenen Multimedia-Player investieren möchte, ist bei Cowon gut aufgehoben. Display, Farbdarstellung, satter Sound, viele Extras und das kleine Format machen den iAudio D2 zu einem empfehlenswerten Gerät. Bei den Farben kann sich der Käufer zwischen zwei verschiedenen entscheiden: Der Player ist in Schwarz und in Silber erhältlich.

(Denise Bergfeld)

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