BREKO fordert Fokus auf Glasfaserausbau

Minister Dobrindt gibt Startschuss für Gigabit-Ausbau in ersten Kommunen

Im Rahmen des 2,1 Milliarden schweren Förderprogramm des Bundes für den Breitbandausbau hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt am Donnerstag ersten Kommunen die Förderbescheide übergeben. Der Branchenverband BREKO fordert insbesondere eine Förderung des direkten Glasfaserausbaus.

Jörg Schamberg, 28.04.2016, 17:32 Uhr
Kabeltrommel© Maimento / Fotolia.com

Berlin – Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat am Donnerstag die ersten Förderbescheide für Breitbandausbauprojekte übergeben. Im Rahmen einer ersten Förderperiode sollen insgesamt 55 Förderprojekte berücksichtigt werden. Der Bund fördert diese konkreten Ausbauvorhaben mit insgesamt 420 Millionen Euro. Einzelne Projekte werden maximale mit Fördermitteln von 15 Millionen Euro unterstützt. Das gesamte Förderprogramm des Bundes für die kommenden drei Jahre beträgt 2,1 Milliarden Euro, 660 Millionen Euro davon stammen aus der letzten Frequenzauktion der Bundesnetzagentur. Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) begrüßte in einer Stellungnahme die Übergabe der Förderbescheide.

Dobrindt: Förderbescheide ermöglichen Breitbandausbau für mehr als 500.000 Haushalte

Im Zuge der ersten Tranche der "Förderrichtlinie Breitbandausbau" konnten Kommunen und Landkreise im Zeitraum vom 18. November bis 31. Dezember 2015 Förderanträge beim Bundesverkehrsministerium stellen. Ein zweiter Förderaufruf des Ministeriums läuft nach Angaben des BREKO noch bis zum 29. April 2016. Die Fördermittel decken in der Regel 50 Prozent der Ausgaben ab, teils werden sogar 70 Prozent der Ausgaben übernommen. Eine Kombination mit den Förderprogrammen der Bundesländer sei möglich und reduziere den von den Kommunen zu übernehmenden Kostenanteil weiter.

"Mit den Förderbescheiden bringen wir mehr als 500.000 Haushalte ans superschnelle Breitband. Damit steigern wir die Glasfaserleitungen um weitere 26.000 Kilometer. Deutschland hat heute europaweit die höchste Dynamik beim Breitbandausbau", erklärte Bundesverkehrsminister Dobrindt.

Laut BREKO sei allerdings bislang noch nicht bekannt, wie viele der ersten 55 Förderprojekte bei dem Ausbau auf direkte Glasfaseranschlüsse setzen. Der BREKO fordert, dass der Schwerpunkt der Breitbandausbauförderung auf Glasfaseranschlüssen bis ins Haus (FTTB) oder gar bis in die Wohnung (FTTH ) liegen sollte.

BREKO: "Nur einmal buddeln - dann aber richtig"

"Jeder Euro, mit dem veraltete Kupferleitungen durch hochmoderne Glasfasernetze ersetzt werden können, bringt Deutschland auf dem Weg zur Gigabit-Gesellschaft aktiv voran“, kommentiert BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers. "Wir setzen weiter darauf, dass die Politik ihren Fokus bei der Umsetzung der Förderprogramme klar auf zukunftssichere Glasfaseranschlüsse (FTTB / FTTH) legt und nicht nur Wirtschaftlichkeitslücken geschlossen werden, sondern auch Betreibermodelle zum Zuge kommen", so Albers weiter. Das richtige Konzept für den Ausbau sei: "Nur einmal buddeln – dann aber richtig".

VATM: Hauptverteiler-Nahbereiche hätten besser durch stärkere Förderung als durch Vectoring-Monopol der Telekom erschlossen werden können

Als wichtigen und guten Schritt begrüßte auch VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner die Übergabe der ersten Förderbescheide. "Für den Breitbandausbau in Deutschland und die gesetzten Ziele wäre es sehr wichtig und sinnvoll gewesen mit einem geringen Mehraufwand bei der Förderung auch die ländlichen Gebiete der Hauptverteiler-Nahbereiche zu versorgen", erklärt Grützner. "Mit der jetzigen Entscheidung der Bundesnetzagentur für ein weitgehendes Vectoring-Monopol der Telekom wird leider in diesen ländlichen Gebieten nur eine 75-prozentige-Abdeckung mit 50-Mbit/s-Anschlüssen erreicht – mit etwas mehr Fördermitteleinsatz stattdessen wären es deutlich mehr “, so Grützner.

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