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Millionenstrafe gegen Pay-TV-Piraten

Vier Händler von so genannten Blanko-Karten wurden zum Teil zu Gefängnisstrafen und hohen Schadensersatzzahlungen verurteilt, weil sie den illegalen Empfang von Inhalten des ehemaligen Senders Premiere ermöglichten.

25.10.2010, 14:31 Uhr
Internet© rajareddy / Fotolia.com

Der europäische Verband zum Schutz verschlüsselter Werke und Dienste (AEPOC) hat vor Gericht zusammen mit Sky Deutschland einen wichtigen Erfolg verbuchen können. Ein Händler von so genannten Blanko-Karten wurde zu einer Millionenstrafe verurteilt. Mit Hilfe der Karten war es möglich, die Programminhalte von Sky (damals noch unter dem Namen Premiere aktiv) zu empfangen, ohne dafür an den führenden deutschen Pay-TV-Sender eine Gebühr zahlen zu müssen. Auch weitere Pay-TV-Piraten wurden von einem belgischen Gericht verurteilt.

Harte Strafen ausgesprochen

Ein Angeklagter wurde zu 18 Monaten, ein weiterer zu acht Monaten Haft verurteilt. Gegen zwei weitere Beschuldigte ergingen Bewährungsstrafen. Außerdem wurden Strafgelder in Höhe von 1,85 Millionen bzw. 180.000 Euro zuzüglich Zinsen und weiterer Ausgleichszahlungen verhängt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Verurteilten in den Jahren 2006 bis 2008 illegale Pay-TV-Zugangskarten nach Deutschland und Österreich verkauften. Gegenstand des Verfahrend waren mindestens 5.700 Karten, die zu einem Stückpreis in Höhe von 75 Euro verkauft wurden.

Über eine im Internet angebotene Software und diverse Updates war es möglich, über diese Karten die Programmpakete von Sky illegal zu nutzen, heißt es in einer Unternehmensmitteilung des AEPOC. „Anhand des Urteils wird deutlich, wie schädlich Piraterie für die Pay-TV-Branche ist. Der hohe Schadensersatzanspruch, der alleine in diesem Fall zugesprochen wurde, belegt den stark kriminellen Charakter der Pay-TV-Piraterie“, sagte AEPOC-Präsident Philippe-Oliver Rousseau.

(Hayo Lücke)

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