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Millionenschaden durch ein paar gefälschte E-Mails

Mit ermogelten Zugangsdaten haben Unbekannte Verschmutzungs-Zertifikate im Wert von drei Millionen Euro gestohlen. Das Umweltbundesamt (UBA) bestätigte den Angriff am Mittwoch.

03.02.2010, 16:04 Uhr (Quelle: DPA)
Datenverkehr© Julien Eichinger / Fotolia.com

Millionenbetrug im Emissionshandel: Mit ermogelten Zugangsdaten haben Unbekannte Verschmutzungs-Zertifikate im Wert von drei Millionen Euro gestohlen. Das Umweltbundesamt (UBA) bestätigte den Angriff am Mittwoch. Von 2.000 Emissionshandels-Kunden in Deutschland hätten sieben auf E-Mail-Anfragen der Betrüger reagiert.
Weiterverkauf bestätigt
Innerhalb kurzer Zeit hätten die Betrüger mit den Daten der Geschädigten rund 250.000 sogenannte Verschmutzungsrechte von deren Konten gestohlen und auf ihr Konto in Dänemark überwiesen. Von dort seien die Zertifikate, die einen Wert von jeweils rund 12 Euro haben, sofort über weitere Konten europaweit weitergeleitet worden. "Dann sind sie an Emissionshändler weiter verkauft worden", sagte der Leiter der Deutschen Emissionshandelsstelle beim Bundesumweltamt, Hans-Jürgen Nantke. Eine Rückgabepflicht für die unberechtigt erworbenen Emissionen werde geprüft.
Die Transaktionen können nach Angaben von Nantke minutiös verfolgt werden. Alle Bewegungen auf derartige Konten werden über ein zentrales System in Brüssel gemeldet. Jedes Zertifikat habe eine vierstellige Nummer und sei damit identifizierbar. "Die Frage ist: wer hat das Ganze gestartet", sagte Nantke. "Das war offenbar von langer Hand geplant."
In dem sogenannten Emissionshandel wird der nach EU-Recht in den einzelnen Mitgliedsstaaten zulässige nationale Höchstausstoß von Kohlendioxid auf die Kraftwerksindustrie und andere Industriezweige verteilt. Wer aufgrund einer höheren Produktion mehr CO2- Emissionsrechte benötigt, kann sie sich bei anderen Marktteilnehmern ersteigern.

(Hayo Lücke)

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