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Millionen-Klage gegen Telekom

Update: Die Deutsche Telekom muss über 65 Millionen Euro für überhöht in Rechnung gestellte Teilnehmerdaten für Auskunftsdienste zurückzahlen.

31.08.2005, 16:46 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Der Deutschen Telekom steht offenbar eine Millionenklage ins Haus. Nach einem Bericht des "Spiegel" reichte der Münchner Konkurrent Telegate am Freitag eine Schadenersatzklage gegen die Telekom in Höhe von 86 Millionen Euro ein. Die Firma sieht sich demnach durch die Gebührenpolitik der Telekom benachteiligt.
Teure Auskunft
Hintergrund der Klage ist eine Entscheidung des Telekom-Regulierers Bundesnetzagentur. Dieser hatte Mitte August festgelegt, dass die Telekom für die Überlassung ihrer Teilnehmerdaten an private Telefonauskunftdienste insgesamt nur 770.000 Euro pro Jahr verlangen darf. Bisher hatte die Telekom aber 49 Millionen Euro kassiert. Die Konkurrenten - allen voran Telegate - fordern das Geld nun zurück.
Teure Auskunft
T-Com-Sprecher Frank Domagala sagte auf Anfrage, die Telekom wolle sich ihrerseits gegen die Entscheidung der Bundesnetzagentur wehren. "Wir werden die Entscheidung rechtlich überprüfen und alle uns zur Verfügung stehenden gerichtlichen Möglichkeiten ausnutzen", sagte Domagala. "Insofern wäre es absolut verfrüht, heute zu den Vorwürfen von Telegate Stellung zu nehmen." Er gehe davon aus, dass der Konzern in den kommenden Tagen rechtliche Schritte einleiten werde.
Update 31. August: Juristischer Erfolg für Telegate
Juristischer Erfolg für Telegate: Im Streit um die Kosten für die Überlassung der Kundendaten verurteilte das Landgericht Köln die Deutsche Telekom, überhöht in Rechnung gestellte 65,2 Millionen Euro für die Jahre 1996 bis 2004 zuzüglich Zinsen seit Erhebung der Klage im vergangenen Dezember an Telegate zurückzuzahlen. Einem weitergehenden Anspruch auf Zinszahlung seit 1996 wurde nicht stattgegeben. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.
Ein Telekom-Sprecher bedauerte, dass das Gericht nicht auf die Kostenargumente des Konzerns eingegangen sei. "Wir halten uns den Weg offen, gegen das Urteil vorzugehen", sagte er.

(Volker Briegleb)

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