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Milliardenpoker um ProSiebenSat 1 entschieden

Die Finanzinvestoren KKR und Permira haben für rund drei Milliarden Euro von US-Milliardär Haim Saban die Mehrheit an der Sendergruppe gekauft.

15.12.2006, 08:01 Uhr
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Die Entscheidung zum Kauf von ProSiebenSat1 ist gefallen: Die Finanzinvestoren KKR und Permira haben für rund drei Milliarden Euro von US-Milliardär Haim Saban die Mehrheit an der Sendergruppe erstanden. Dies verlautete aus Verhandlungskreisen.
Neuer TV-Konzern
Das Unternehmen, zu dem neben Pro Sieben und Sat 1 auch Kabel 1 und N24 gehören, dürfte Teil eines neuen europaweiten TV-Konzerns werden. Permira und KKR gehört der Medienkonzern SBS mit dutzenden Fernseh- und Radiosendern in ganz Europa. Der neue Medienkonzern dürfte seinen Sitz in München haben. Um den Zuschlag für die Sendergruppe ProSiebenSat1, die sich bisher in der Hand von Investoren um den US-Milliardär Haim Saban befand, hatten sich auch die türkische Dogan-Gruppe und ein Konsortium aus dem Finanzinvestor Apax und der Investmentbank Goldman Sachs beworben.
Letzte Unterschriften nur Formsache
Laut "Financial Times Deutschland" war offenbar die türkische Dogan-Gruppe bis zuletzt der härteste Konkurrent von KKR und Permira, während das Konsortium um Apax und Goldman Sachs bereits früh aus dem Rennen geschlagen wurde. Die an dem Deal beteiligten Unternehmen äußerten sich zunächst nicht offiziell. Vorerst fehlten noch die letzten Unterschriften unter den Verträgen. Allerdings war dies nur noch Formsache, wie verlautete.
Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) begrüßte die Entscheidung für Permira und KKR. Mit dem Verkauf an Permira sei eine "Lösung von europäischer Dimension" erzielt worden. KKR und Permira wollten ProSiebenSat1 mit dem europäischen Medienkonzern SBS zusammenführen. München steige damit "in die erste Liga der europäischen Player" im Fernsehgeschäft auf.
Zu SBS gehören 19 private Fernsehsender, 20 Pay-TV-Programme und zahlreiche Radioprogramme in ganz Europa. Zu Beginn des Jahres war der ProSiebenSat1-Verkauf an den Axel-Springer-Verlag am Veto des Bundeskartellamts gescheitert. Die Sendergruppe wurde daraufhin neu zum Verkauf ausgeschrieben. Der US-Milliardär Saban hatte ProSiebenSat1 im Jahr 2002 aus den Trümmern des Kirch-Imperiums übernommen und wieder zu einem profitablen Unternehmen gemacht. Auch nach dem Scheitern des Springer-Deals war aber immer klar gewesen, dass Saban die Sendergruppe weiter veräußern würde.

(Denise Bergfeld)

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