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Microsoft: Werbepause auf dem PC

Ein Patentantrag von Microsoft zeigt eine neue Form der PC-Werbung: Zwangswerbespots müssen nach dem Betrachten vom Nutzer bestätigt werden. Der Anwender könnte dadurch günstige PCs ergattern.

14.02.2007, 15:57 Uhr
Microsoft© Microsoft

Dank den umfangreichen Bemühungen von Microsoft sind PC-Anwender schon lange nicht mehr komplett Herr über ihre Systeme. Nun soll ein Microsoft-Patent auch noch Zwangswerbung auf den PC bringen. Ähnlich wie bei Werbespots im Fernsehen wird die Arbeit durch Werbung unterbrochen und soll diverse finanzielle Vorteile bringen.
Billige PCs dank Werbung?
So könnte ein PC mit der Zwangswerbungs-Aktion günstiger verkauft werden. Auch die Verlängerung von Leihfristen für geliehene PCs oder Rabattaktionen sind denkbar. Wer nun jedoch glaubt, mit der Werbeaktion nicht nur Boni sammeln, sondern auch eine Fünf-Minuten-Pause von World-of-Warcraft nehmen zu können, hat sich getäuscht: Das Verfahren verlangt vom Anwender, sich die Spots auch wirklich anzusehen.
Möglich wird das durch eine Funktion, die nach dem Werbespot eine Captcha-Abfrage auslöst, wie sie etwa aus der Kommentarfunktion von Blogs bekannt ist. Hier muss dann eine Frage zur eben eingeblendeten Werbenachricht eingegeben werden, um sicherzustellen, dass der User den Spot tatsächlich angesehen hat.
Werbung mit Webcam-Überprüfung
Für Werbetreibende ist das Verfahren insofern interessant, da sich direkt überprüfen lässt, ob die Werbebotschaft auch beim Empfänger angekommen ist. Gleichzeitig sollen Kunden gelockt werden, die sich von Werbeeinblendungen nicht stören lassen, um Boni abzukassieren. Um die Effektivität für Werbetreibende zu erhöhen, hält Microsoft auch die Option zur Überprüfung des Nutzers selbst per Webcam offen. So könnte mit Hilfe der Webcam sichergestellt werden, dass auch wirklich der richtige Anwender die Werbung gesehen hat.
Bereits Ende Dezember 2006 hat Microsoft das Patent 20070033102 beim "Patent- and Trademark-Office", dem Patentamt der Vereinigten Staaten, angemeldet. Veröffentlicht wurde es am 8. Februar. Eine Verbindung mit dem Microsoft-Betriebssystem Vista ist grundsätzlich angedacht, allerdings ist fraglich, ob die Zwangswerbung tatsächlich jemals ihren Weg auf den PC findet, da es sich doch um eine recht anstrengende Werbevariante handelt. Zudem ist das Patent bisher noch nicht anerkannt worden.

(Christian Rentrop)

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