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Microsoft und Linspire schließen Frieden

Der Software-Gigant Microsoft geht künftig mit dem Linux-Anbieter Linspire gemeinsame Wege. Auf mehreren Ebenen wurde eine Zusammenarbeit vereinbart.

17.06.2007, 13:01 Uhr
Microsoft© Microsoft

Vor einigen Jahren wäre es noch undenkbar gewesen: Der Softwareriese Microsoft und der Linux-Entwickler Linspire gehen eine weitreichende Partnerschaft ein. Die ehemals verfeindeten Unternehmen haben das Kriegsbeil endgültig begraben und wollen nun gemeinsam nach Lösungen bei Dateifiltern sowie Voice over IP (VoIP)-Anwendungen für das Instant Messaging-Programm Windows Live Messenger aus dem Hause Microsoft suchen.
Weitreichende Zusammenarbeit
Vor sechs Jahren war der Linux-Anbieter zum Ärger von Microsoft unter dem Namen Lindows aufgetreten. Nach langem Gezerre hatte sich das Unternehmen vor mehr als drei Jahren dann in Linspire umbenannt. Mit der neuen Vereinbarung verpflichtet sich Microsoft, den Verkauf der Linux-Distribution nicht mit Klagen wegen Verletzung geistigen Eigentums zu behindern. Ähnliche Abkommen hat Microsoft bereits mit JBoss, LG Electronics, Novell, Samsung Electronics, Xandros, XenSource und Zend geschlossen.
Bei der Technik wollen die beiden Unternehmen künftig auf mehreren Ebenen zusammenarbeiten. So wird Linspire die "Live Search" von Microsoft als Suchlösung in seiner Linux-Distribution voreinstellen. Ferner soll ein OpenDocument-Adapter für die Open XML-Formate entwickelt werden, die Microsoft im Office-Paket 2007 verwendet. Linspire erwirbt von Microsoft Lizenzen für ein Verfahren zur Internet-Telefonie, den Umgang mit Multimedia-Dateien und die Nutzung der so genannten TrueType-Schriftarten. Linspire-Nutzer sollen dadurch in die Lage versetzt werden, an Audio-Chats mit dem Windows Live Messenger teilzunehmen, Videos im Windows-Media-Format anzuschauen oder Dokumente mit Windows-Schriftarten erstellen zu können.
Keine Vorbehalte mehr
Auch Linspire-Vorstand Kevin Carmony hat seine Vorbehalte gegen Microsoft inzwischen aufgegeben. Er gestand ein, dass es anfangs darum gegangen sein, mit Linux etwas ganz Anderes als Microsoft anzubieten. "Jetzt bin ich darüber hinweg", sagte der Vorstandschef.

(Stefan Hagedorn)

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