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Microsoft spielt auf Zeit

Im Wettbewerbsstreit um das Computer-Betriebssystem Windows hat die EU-Kommission dem US-Softwareunternehmen Microsoft drei Wochen mehr Zeit für die Erklärung eingeräumt, warum es die Auflagen der Kommission aus dem Jahr 2004 nicht erfüllt.

27.03.2007, 09:01 Uhr
Microsoft© Microsoft

Im Wettbewerbsstreit um das Computer-Betriebssystem Windows hat die EU-Kommission dem US-Softwareunternehmen Microsoft drei Wochen mehr Zeit für die Erklärung eingeräumt, warum es die Auflagen der Kommission aus dem Jahr 2004 nicht erfüllt. Microsoft muss nun erst bis zum 23. April Stellung zu der Beschwerde nehmen. Ansonsten droht ein neues Millionenbußgeld.
Microsoft habe wegen der Komplexität um Aufschub bis Ende Mai gebeten, die Kommission erachte drei zusätzliche Wochen aber für genug, sagte der Sprecher von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes, Jonathan Todd, in Brüssel.
In dem Streit geht es um Gebühren, die Microsoft anderen Softwarekonzernen für Informationen zum Betrieb ihrer Produkte mit dem Windows-System abverlangt. Die Preisvorstellungen von Microsoft sind laut Kommission nicht gerechtfertigt. Wenn Microsoft bis zum 23. April keine zufriedenstellende Antwort liefert, droht die Kommission mit rückwirkenden Strafgeldern von August 2006 an, die sich auf bis zu drei Millionen Euro täglich belaufen könnten.
2004 hatte die EU-Kommission im Streit um Windows eine Rekordstrafe von knapp einer halben Milliarde Euro gegen Microsoft verhängt und dem Konzern eine Reihe von Auflagen verordnet. Der Softwareriese war gegen die Entscheidung vor Gericht gezogen; das Urteil wird noch bis Juni erwartet. Wegen anhaltender Wettbewerbsverstöße hatte die Kommission Microsoft zudem im Juli 2006 bereits eine Geldstrafe von insgesamt rund 280 Millionen Euro auferlegt. Microsoft zahlte, legte aber Berufung ein.

(Hayo Lücke)

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