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Microsoft plant Preisoffensive bei Windows-Tablets

Microsoft will der Flut an günstigen Android-Tablets nun auch über den Preis begegnen. Vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern sollen künftig günstige Windows-Tablets auf den Markt kommen. In Indien könnten erste Geräte bereits in wenigen Monaten zu haben sein.

06.03.2014, 09:31 Uhr
Microsoft© Microsoft

Microsofts neuer CEO Satya Nadella legt beim Ringen um Marktanteile im Tablet-Geschäft offenbar eine neue Gangart ein. Um gegenüber Android endlich vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern Boden gutzumachen, dreht der US-Konzern nun an der Preisschraube. Ziel sei es, die Kosten für Windows-Flachrechner auf Android-Niveau zu drücken und so vor allem im Niedrigpreissegment konkurrenzfähig zu werden, berichtet die Zeitung "The Times of India" (TOI) in ihrer Online-Ausgabe. Erste Billig-Tablets mit Windows sollen demnach bereits in den kommenden Monaten in Indien Premiere feiern.

Ziel: Windows-Tablet für 118 Euro

Als Hardware-Partner sollen neben den indischen Herstellern Karbonn und Lava auch Hewlett-Packard und Dell fungieren. Als anvisierte Preismarke gilt ein Tablet für rund 10.000 indische Rupien, was umgerechnet etwa 118 Euro entspricht. Erreicht werden soll dies offiziell über einen niedrigeren Mindeststandard bei den Hardware-Anforderungen. "Wir wollen die Materialkosten für Windows-Tablets drücken", sagte Microsoft-Manager Amrish Goyal der "TOI".

US-Medienberichten zufolge könnte ein Teil der nötigen Einsparungen aber auch durch günstigere Windows-8.1-Lizenzen erreicht werden. So soll es zu diesem Zweck eine spezielle Windows-Version geben, die verschiedene Microsoft-Apps wie Office, Skype oder OneDrive beinhaltet. Bei einem Tablet mit einem Verkaufspreis von weniger als 250 Dollar sinke die Lizenzgebühr dabei von 50 auf 15 Dollar.

Verkaufen über den Preis

Beobachter halten diese Strategie für äußerst vielversprechend. Microsoft werde auf jeden Fall davon profitieren, erklärte Gartner-Analyst Vishal Tripathi. Die Marke Windows treffe bei den Menschen immer noch auf Widerhall, da diese Windows-Computer im Büro nutzten. "Sie sind damit vertraut und wenn sie die Möglichkeit haben, ein Windows-Tablet zum Preis eines Android-Gerätes zu erhalten, werden sie dieses wahrscheinlich nehmen", so Tripathi. Microsoft könne so Nutzer gewinnen, die ansonsten auf Android ausweichen würden. Darüber hinaus sei ein qualitativ hochwertiges Windows-Tablet für rund 15.000 indische Rupien (rund 178 Euro) auch für zahlreiche Firmen interessant.

Als weiterhin problematisch schätzt der Experte allerdings die mangelnde Fülle in den Windows App Stores gegenüber Googles Play Store ein. Darüber hinaus warnte Tripathi vor allzu rigiden Leistungskürzungen auf der Hardware-Ebene. Die Erwartungshaltung an die Qualität von Windows-Tablets sei allgemein höher als bei ihren Android-Pendants. Bisher spielt das Microsoft-OS hier kaum eine Rolle. Während laut Gartner im vergangenen Jahr weltweit mehr als 121 Millionen Android-Tablets sowie 70 Millionen iPads verkauft wurden, konnte Microsoft gerade einmal vier Millionen Flachrechner absetzen.

(Christian Wolf)

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