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Microsoft-Manager: Android ist wie Windows Mobile 6

Android kranke an den gleichen strukturellen Defiziten, wie Windows Mobile 6, sagte Microsoft-Manager Achim Berg im Interview mit dem "Handelsblatt". Windows Phone 7 sei hingegen im Vorteil.

13.10.2010, 13:08 Uhr
Microsoft© Microsoft

Mit der offiziellen Vorstellung seines neuen Smartphone-Betriebssystems Windows Phone 7 hat Microsoft die Karten endgültig auf die Tisch gelegt und bereits zu Beginn nicht mit Superlativen gegeizt. Über 18 Monate Entwicklungszeit, 500.000 Teststunden und rund 50.000 Testnutzer sollen Funktion und Erfolg des neuen Windows-Vertreters garantieren. Ob der Redmonder Softwarekonzern im Wettbewerb mit iPhone und Co am Ende tatsächlich Boden gutmachen kann, bleibt abzuwarten. Microsoft-Manager Achim Berg sieht Windows Phone 7 allerdings im Vorteil – zumindest gegenüber Googles Mobil-OS Android. Dieses kranke prinzipiell an den gleichen Strukturdefiziten, wie einst Windows Mobile 6, sagte Berg im Interview mit dem "Handelsblatt".

"Ohne Vorgaben gibt es Probleme"

Microsoft habe damals den Fehler begangen, die technische Ausstattung der Geräte allein den Herstellern zu überlassen. Auch aufgrund der daraus resultierenden Folgeprobleme sei das Systemdesign geändert worden. "Wir hatten 40 verschiedene Hersteller, über 50 verschiedene Designs und 115 Mobilfunkbetreiber. Die gesamte Produktlandschaft war zum Schluss fragmentiert und Apps liefen nicht mehr auf allen Geräten", so der ehemalige Chef von Microsoft Deutschland.

Um die Einheitlichkeit der Plattform zu gewährleisten, seien deshalb nun Hardware-Mindeststandards zu erfüllen. Diese Lösung sei die einzig richtige. Jeder der keine klare Vorgaben mache, werde hingegen in Zukunft Probleme bekommen, prognostizierte Berg.

Windows Phone 7 ist auch ein Anschub für Bing

Mit Windows Phone 7 zwingt Microsoft die Hersteller in ein enges, aber keineswegs zu enges Hardware-Korsett, wie neun unterschiedliche Smartphone-Modelle zum Start des Betriebssystems unterstreichen. Mindestens vorgeschrieben sind unter anderem ein Display mit einer Auflösung von 800x480 Pixeln, ein Prozessor mit 1 Gigahertz (GHz) Taktrate, eine Fünf-Megapixel-Kamera, 8 Gigabyte Flash-Speicher sowie diverse Sensoren und GPS.

Äußerlich zeichnen sich die Geräte durch drei einheitliche Tasten aus, von denen eine fest mit der Suchmaschine Bing verknüpft ist. Eine Neubelegung ist laut Berg generell nicht möglich – kein Zufall, denn so lässt sich fast nebenbei auch ein neuer Versuch starten, den Marktanteil der Microsoft-Suche wieder zu steigern. Dieser stagniert seit dem Start von Bing im Juni 2009 weltweit kontinuierlich bei mageren drei Prozent, dürfte aber mit zunehmendem Erfolg von Windows Phone 7 neuen Auftrieb erhalten.

Die große Masse der globalen Mobilfunknutzer hat Microsoft mit seinem neuen Windows-Spross vorerst allerdings nicht im Blick. "Wir starten in Europa in der 'Premiumklasse', danach in den USA. Schwellenländer sind in den kommenden Monaten noch kein Thema", sagte Berg.

(Christian Wolf)

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