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Microsoft legt Streit mit RealNetworks bei

Microsoft hat einen jahrelangen Kartellstreit mit RealNetworks beigelegt und eine engere Zusammenarbeit mit dem einstigen Rivalen angekündigt.

12.10.2005, 09:10 Uhr
Microsoft© Microsoft

Der Software-Riese Microsoft hat einen jahrelangen Kartellstreit mit dem Audioprogramm-Hersteller RealNetworks beigelegt und eine engere Zusammenarbeit mit dem einstigen Rivalen angekündigt. Microsoft verpflichtete sich zur Zahlung von 761 Millionen Dollar (631 Millionen Euro) an RealNetworks, wie Microsoft-Chef Bill Gates und RealNetworks-Gründer Rob Glaser in Seattle mitteilten. Ursprünglich ging es in dem Fall um mehr als eine Milliarde Dollar.
RealNetworks hatte Microsoft in einem Kartellverfahren vorgeworfen, mit einer restriktiven Lizenzpolitik seine Fast-Monopolstellung beim Betriebssystem Windows ausgenutzt zu haben, um die Audiosoftware RealPlayer vom Markt zu verdrängen und den Nutzern den hauseigenen Windows Media Player aufzuzwingen.
Doch keine Verdrängungspolitik?
Gates und Glaser kündigten nach der überraschenden Einigung an, eine Partnerschaft im Bereich der digitalen Musik eingehen zu wollen. Microsoft sagte zu, künftig Teile seiner Produkte für RealNetwork-Software kompatibel zu gestalten. Glaser sprach mit Blick auf die Millionen-Zahlung durch Microsoft von einem "fairen und angemessenen" Kompromiss, der die Voraussetzung für eine "produktive und gemeinschaftliche Beziehung zwischen beiden Unternehmen" schaffe. Die Einigung sieht auch vor, dass Computerspiele von RealNetworks auch auf der Spielekonsole Xbox 360 und auf dem Internet-Portal MSN einsetzbar sind.
Microsoft musste sich wegen seiner umstrittenen Betriebssystempolitik schon häufiger vor Gericht verantworten. Erst im Juli hatte der Konzern in einem Kartellverfahren 775 Millionen Dollar an den Konkurrenten IBM gezahlt. Auch mit Sun Microsystems und Time Warner (Netscape, AOL) wurden außergerichtliche Einigungen gefunden.

(Aleksandra Leon)

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