Security

Microsoft geht juristisch gegen Zeit Online vor

Mit einer Einstweiligen Verfügung hat Microsoft das Nachrichtenportal Zeit Online gezwungen, den Artikel "Bundesregierung warnt vor Windows 8" offline zu nehmen.

29.08.2013, 14:18 Uhr
Microsoft© Microsoft

Mit einer Einstweiligen Verfügung hat Microsoft Online-Portal der "Zeit" gezwungen, den Artikel "Bundesregierung warnt vor Windows 8" aus dem Netz zu nehmen. Unter dem Link ist nur noch folgender Hinweis zu finden: "Microsoft hat eine Einstweilige Verfügung gegen ZEIT ONLINE erwirkt, gegen die wir uns juristisch wehren. Bis zur gerichtlichen Entscheidung darf ZEIT ONLINE den Artikel nicht weiter verbreiten."

Microsoft: "massiv geschäftsschädigend"

Zeit Online zitiert in dem Artikel über den Trusted-Computing-Standard TPM 2.0, Windows 8 und mögliche Hintertüren für den amerikanischen Geheimdienst NSA aus einem Eckpunktepapier des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und aus internen Unterlagen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi).

Microsoft bezeichnet die Überschrift als "massiv geschäftsschädigend" und als Beeinträchtigung der Rechte des Unternehmens. Das Unternehmen hatte nach eigenen Angaben vor Einleitung juristischer Schritte bereits versucht, im direkten Kontakt mit der Redaktion, die Berichterstattung abändern zu lassen.

BMWi: "Erhebliche Auswirkungen auf die IT-Sicherheit"

Die beiden im Artikel zitierten Behörden distanzierten sich anschließend von den Schlüssen, die Zeit Online aus den Zitaten gezogen hat. Die Kritik des BSI richte sich nicht gegen Microsoft, sondern dagegen, dass die Trusted Platform Module (TPM) nach Willen der Trusted Computing Group (TCG) im aktivierten Zustand ausgeliefert werden sollen.

Wörtlich heißt es: "Das BSI warnt weder die Öffentlichkeit, deutsche Unternehmen noch die Bundesverwaltung vor einem Einsatz von Windows 8. Das BSI sieht derzeit jedoch einige kritische Aspekte im Zusammenhang mit bestimmten Einsatzszenarien, in denen Windows 8 in Kombination mit einer Hardware betrieben wird, die über ein TPM 2.0 verfügt."

In einem weiteren Artikel untermauert Zeit Online seine Aussagen jedoch mit weiteren Zitaten aus dem BMWi-Papier: "Erhebliche Auswirkungen auf die IT-Sicherheit der Bundesverwaltung können damit einhergehen" und "Der Einsatz der 'Trusted-Computing'-Technik in dieser Ausprägung … ist für die Bundesverwaltung und für die Betreiber von kritischen Infrastrukturen nicht zu akzeptieren."

(Peter Giesecke)

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