Security

Microsoft: Gefälschte Sicherheitssoftware nimmt zu

Der aktuelle Sicherheitsreport von Microsoft sieht weiterhin große Gefahren für Computeranwender. Über 90 Prozent der Angriffe auf Computer finden den Weg über Applikationen und Browser.

13.04.2009, 13:01 Uhr
Microsoft© Microsoft

Das Internet und die Nutzung von Computern wurde auch im vergangenen Jahr nicht wirklich sicherer. Der inzwischen in der sechsten Ausgabe vorliegende, zweimal jährlich erscheinende, Security Intelligence Report des Softwareherstellers Microsoft hat detailliert die verschiedenen Sicherheitsbedrohungen aufgelistet. In der aktuellen Ausgabe lag der Fokus auf dem zweiten Halbjahr 2008. Ausgewertet wurden anonymisierte Daten von mehreren hundert Millionen Computern weltweit.
Fake-Software stiehlt Daten
Deutschland steht im internationalen Vergleich noch relativ gut da, wenn die Zahl der infizierten Computer betrachtet wird. Die Zahl der infizierten Computer ist in Deutschland im vergangenen Jahr um 5,4 Prozent zurückgegangen. Während hierzulande im Durchschnitt 3,6 von 1.000 überprüften Computern infiziert sind, finden sind international dagegen durchschnittlich 8,6 befallene Rechner. Besonders viel infizierte PCs zählte Microsoft in Russland, Osteuropa, Brasilien und auch in Spanien. Aufgeschreckt durch zahlreiche Berichte über Bedrohungen durch Viren, Trojaner und andere Schadsoftware, wie etwa zuletzt durch den Computerwurm Conficker, setzen immer mehr Computernutzer entsprechende Schutzsoftware ein.
Microsoft verzeichnete allerdings einen Anstieg der Verbreitung von gefälschten Sicherheitsprogrammen. Die sogenannte Scareware oder Rogue Security Software wird von Online-Kriminellen in Umlauf gebracht und Anwendern untergeschoben. Dabei wird meist auf angebliche Viren oder andere Gefahren hingewiesen und eine Schutzsoftware als Vollversion zum Kauf angeboten. Die angeblichen Security-Programme bieten meist jedoch keinen Schutz, sondern stehlen persönliche Informationen und verlangsamen das System. So wurden im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres etwa die beiden Programme FakeXPA und FakeSecScan bereits auf 1,5 Millionen Computern entdeckt. Damit gehörten sie laut Microsoft zu den zehn häufigsten Sicherheitsgefahren. Ebenfalls beachtliche Verbreitung fand der Trojan-Downloader Win32/Renosm der sich auf 4,4 Millionen Rechnern eingenistet hatte. Über 90 Prozent der Angriffe erfolgen über Anwendungen und Browser
Besonders empfänglich für Angriffe von Hackern und Cyberkriminellen seien weniger die Betriebssysteme selbst, da diese zunehmend sicherer würden. Stattdessen wenden sich Attacken in über 90 Prozent der Fälle zielgerichtet auf einzelne Anwendungen und Internet-Browser. Nach Angaben von Microsoft konnte die Sicherheit von Programmen aus dem eigenen Haus verbessert werden. Durch Microsoft verursachte Schwachstellen zeichneten im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres verantwortlich für 40,9 Prozent der Browser-basierten Angriffe auf PCs mit dem Betriebssystem Windows XP. Im ersten Halbjahr lag dieser Wert noch bei 42 Prozent. Auch die Lücken in Windows Vista wurden weniger ausgenutzt. Der Anteil sank von sechs auf 5,5 Prozent der Angriffe.
Ein großes Sicherheitsproblem stellen zudem gestohlene oder verlorene Rechner, in der Regel Notebooks, dar. Diese verursachen rund 50 Prozent der Sicherheitsprobleme. Der US-Softwareriese sieht hier die Hersteller in der Verpflichtung entsprechende Schutzmechanismen wie die BitLocker Laufwerksverschlüsselung von Microsoft in Hard- und Software zu integrieren. Als Ergebnis aus dem Sicherheitsreport fordert Microsoft Unternehmen und Privatanwender dazu auf ihre Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen und stets - unter anderem durch Microsoft Update - auf aktuellem Stand zu halten. Dazu gibt Microsoft zudem Ratschläge, die eigentlich selbstverständlich sein sollten. Anhänge in E-Mails, deren Absender unbekannt ist, sollten nicht geöffnet werden. Besondere Achtsamkeit sei auch im Umgang mit mobilen Datenträgern erforderlich. Auch auf dem Microsoft Sicherheitsportal hält Microsoft Informationen zu aktuellen Sicherheitsupdates und Sicherheitsempfehlungen bereit.
Onlinekosten.de hat ebenfalls einen Ratgeber zum Schutz des PCs auf einer Sonderseite zusammengestellt.

(Jörg Schamberg)

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