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Microsoft droht Vista-Ärger

Brüssel könnte erneut Zwangsgelder gegen Microsoft verhängen. Der Computer-Spezialist André Spiegel kritisierte die neue Software unterdessen als Eingriff in die Privatsphäre.

29.01.2007, 21:14 Uhr
Microsoft© Microsoft

Auch mit dem neuen Betriebssystem Windows Vista, das morgen auch für Privatanwender auf den Markt kommt, droht dem US-Softwaregiganten Microsoft Ärger aus Brüssel. Die mächtige EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes prüft eine Beschwerde des europäischen Herstellerverbands ECIS, wie ihr Sprecher Jonathan Todd in Brüssel mitteilte.
EU-Konkurrenten wie IBM und Nokia werfen Microsoft vor, ihnen bei Vista wichtige Informationen über Programm-Schnittstellen zu verheimlichen, die eine Kombination mit anderer Software erlauben.
XAML statt HTML?
Die europäischen Hersteller werfen dem US-Konzern zudem vor, mit Vista seine dominante Stellung auf das Internet auszuweiten zu wollen. Sie verweisen dabei auf eine Computersprache namens XAML, die von Vista unterstützt wird und den bisherigen Standard HTML verdrängen könnte.
Sollte die Kommission die Vorwürfe für berechtigt halten, könnte sie erneut millionenschwere Zwangsgelder gegen Microsoft verhängen. Wegen ähnlicher Wettbewerbsverstöße bei Windows hatte die EU-Kommission Microsoft vor drei Jahren eine Rekordstrafe von fast einer halben Milliarde Euro aufgebrummt.
Kritik an Vista
Der Computer-Spezialist und Sachbuchautor André Spiegel kritisierte die neue Software als Eingriff in die Privatsphäre. Der Kunde hole sich den Spion ins Arbeitszimmer, sagte Spiegel im Deutschlandradio. Über die Anmeldung des Betriebssystems könne Microsoft regelmäßig Daten vom Computer abfragen.
Habe der Konzern den Verdacht, dass eine Lizenz auf mehreren Rechnern laufe, das Programm also illegal kopiert worden sei, dann könne Microsoft Vista in einen eingeschränkten Modus herunterfahren, sagte Spiegel. Einige Module seien dann nicht mehr verfügbar.

(Hayo Lücke)

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