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Microsoft-Chef nimmt Apple ins Visier

Microsoft-Chef Steve Ballmer nimmt im Konkurrenzkampf mit dem Computerbauer Apple nun auch die Hardware ins Visier. Das letzte Wort sei noch nicht gesprochen.

28.04.2006, 13:38 Uhr
Apple© Apple

Microsoft-Chef Steve Ballmer nimmt im Konkurrenzkampf mit dem Computerbauer Apple nun auch die Hardware ins Visier. "Das letzte Wort ist in diesem Wettbewerb noch nicht gesprochen", sagte Ballmer mit Blick auf Apples erfolgreichen tragbaren Musik-Player iPod der "Welt". Bei den tragbaren Geräten werde sich in den nächsten Jahren sehr viel tun, denn niemand wolle auf Dauer verschiedene Geräte zum Musikhören, Spielen, Fotografieren und Mailen mit sich herumtragen.
Ausnahmen zur Regel
"Ein kleines, integriertes Gerät wird viele verschiedene Funktionen beherrschen", sagte Ballmer und kündigte an: "Wir werden bei der Entwicklung ganz sicher nicht an der Außenlinie stehen." Der bislang einzige Bau eines eigenen Geräts bei Microsoft, die Spielekonsole X-Box, habe er zunächst eher als Ausnahme gesehen, sagte Ballmer weiter. "Aber Microsoft ist zunehmend offener für Ausnahmen geworden."
Microsoft werde auch künftig Hardware bauen, "wenn Hardware nötig dafür ist, um Software zu verkaufen". Der weltweit führende Software-Konzern sei derzeit ohnehin als einziges Unternehmen überhaupt in der Lage, erfolgreich mit Apple zu konkurrieren, fügte der Microsoft-Chef hinzu. "Und ich finde, jeder verdient ein wenig belebende Konkurrenz."
Google verdient Konkurrenz
Das gilt nach Ballmers Ansicht auch für die Internet-Suchmaschine Google. Zwar plane Microsoft - anders als in Presseberichten behauptet - kein Bündnis mit dem Internet-Handelshaus eBay und der Suchmaschine Yahoo gegen Google. Doch brauche Google als Marktführer ebenfalls "dringend einen guten Konkurrenten", betonte er. "Wir sind daher bereit, zu investieren, bei Suchdiensten wie bei der Anzeigenvermarktung."
Ballmers Offensive ging einher mit enttäuschenden Quartalszahlen, die nach der Veröffentlichung am Donnerstag die Microsoft-Aktie auf Talfahrt schickten. Demnach steigerte der Konzern seinen Nettogewinn im dritten Quartal binnen Jahresfrist zwar um gut 16 Prozent auf 2,98 Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro) oder auf 29 Cent pro Aktie. Analysten hatten einen deutlich höheren Gewinn von 33 Cent pro Anteilsschein erwartet. Der Aktienkurs brach nachbörslich um mehr als sechs Prozent ein. Auch beim Umsatz legte Microsoft nur um 13 Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar zu und blieb damit am unteren Ende des selbst gesteckten Ziels von 10,9 bis 11,2 Milliarden Dollar. Für das gesamte Geschäftsjahr 2005/2006, das am 30. Juni endet, erwartet der Software-Riese nun Umsätze zwischen 49,5 und 50,5 Milliarden Dollar sowie einen Gewinn pro Aktie von 1,36 bis 1,41 Dollar. Auch mit diesen Prognosen enttäuschte Microsoft die Erwartungen der Analysten.

(Aleksandra Leon)

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