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Microsoft bekommt einen Euro pro Raubkopie

US-Softwarekonzern erzielt mit indonesischer Regierung eine Einigung, um dem Problem der illegalen Windows-Nutzung Herr werden zu können.

09.06.2005, 08:24 Uhr
Microsoft© Microsoft

Der US-Softwarekonzern Microsoft hat sich mit der indonesischen Regierung auf eine Lösung für die vielfach in Behörden eingesetzten Raubkopien seines Betriebssystems Windows verständigt.
Ein Euro pro Raubkopie
Die Vereinbarung sehe vor, dass Indonesien für jede der rund 50.000 illegal eingesetzten Versionen auf Regierungscomputern symbolisch einen Dollar zahle, sagte Informationsminister Sofyan Djalil der "Jakarta Post". Die Nutzung der Programme werde damit von Microsoft als rechtmäßig anerkannt. Im Gegenzug verpflichte sich Indonesien, in Zukunft nur noch autorisierte Software zu verwenden und verstärkt gegen Raubkopierer im eigenen Land vorzugehen.
Nach einer Untersuchung der Business Software Alliance, einem internationalen Zusammenschluss großer Softwarehersteller, waren im vergangenen Jahr 87 Prozent aller in Indonesien eingesetzten Computerprogramme Raubkopien. Djalil sagte dem Bericht zufolge, die nun getroffene Übereinkunft sei das Ergebnis eines Treffens zwischen dem indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono und Microsoft-Gründer Bill Gates im Unternehmenshauptquartier in Seattle (US-Bundesstaat Washington) im vergangenen Monat.
Teure Software als Begründung
"Microsoft ist realistisch", sagte der Minister. "Sie können Entwicklungsländer wie uns nicht zwingen, nur legale Software zu verwenden, wenn wir die nicht bezahlen können." Microsoft wolle aber, dass die Nutzung von Raubkopien schrittweise zurückgefahren werde.

(Hayo Lücke)

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