News

MFD: 40 TV-Programme per DMB aufs Handy

Die Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH (MFD) will die Programmvielfalt über den DMB-Standard deutlich ausbauen und bundesweit anbieten.

31.08.2006, 13:33 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Gerade erst wurden die letzten Sendelizenzen in Schleswig-Holstein vergeben, da schmiedet die Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH (MFD) große Pläne. Das Unternehmen ging als Sieger aus dem Bieterverfahren hervor und ist jetzt der einzige Anbieter, der flächendeckend digitales Fernsehen auf Basis des DMB-Standards (Digital Multimedia Standard) im gesamten Bundesgebiet starten kann. Jetzt kündigt MFD an, die Programmvielfalt deutlich ausbauen zu wollen.
Handy als Zapping-Kiste
"Langfristig erwarten wir bis zu 40 TV-Programme über DMB. Einen Großteil davon wollen wir anbieten. Technisch ist das schon heute machbar", sagt Henrik Rinnert, Mitbegründer und Geschäftsführer von MFD. Bereits 2007 plant sein Unternehmen die Ausstrahlung von bis zu acht Fernsehsendern über DMB. Derzeit ist der – nach eigenen Angaben – erste Mobile-TV-Provider Deutschlands noch damit beschäftigt, das Sendenetz im gesamten Bundesgebiet auszubauen. Während bei DMB bereits die ersten Fußball-Übertragungen, Nachrichten, Serien und Filme über das Handy-Display flimmern, steckt der alternative Standard DVB-H (Digital Video Broadcasting for Handhelds) noch in der Planungsphase. Derzeit sind Lizenzen nur für die Städte Hamburg, Hannover und Berlin ausgeschrieben.
DVB-H noch in der Planungsphase
Ob und wann die bundesweite Ausschreibung für DVB-H startet, ist bislang noch unklar. Auch die Anzahl der verfügbaren Programmplätze fürs DVB-H Netz ist noch nicht endgültig festgelegt. Im Gegensatz dazu kann MFD mit "watcha" bereits seit Anfang Juni einen kommerziellen Dienst für mobiles Fernsehen über DMB anbieten. "Für uns steht die schnelle Verbreitung von Handy-TV im Vordergrund und nicht ein unnötiger Technologiestreit", sagt Dr. Jens Stender, Geschäftsführer von MFD. Nichtsdestotrotz bemühe man sich auch um DVB-H Lizenzen. Schließlich würde die Technik zum Datentransport für die Nutzer von TV-Handys zukünftig keine Rolle spielen.
Erster Vertriebspartner für watcha wurde Mobilfunk-Provider debitel. Der Ausbau von Technik und angebotenen Programmen soll den Kölnern weitere Vertriebspartner einbringen. Die rechtliche Weichenstellung für die bis zu 40 TV-Programme im DMB-Netz wird derzeit von den Landesmedienanstalten vorgenommen. Eine Entscheidung über die Frequenzneuverteilung soll noch in diesem Jahr fallen.

(Aleksandra Leon)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang