Weltpremiere

Mercedes-Benz und Telefónica: Erstes 5G-Netz für Automobilfabrik

Im Mercedes-Benz Werk in Sindelfingen errichten Telefónica Deutschland und Ericsson das nach eigenen Angaben weltweit erste 5G-Indoor-Mobilfunknetz für einen Automobilhersteller. Das lokale 5G-Netz vernetze Anlagen und Maschinen und biete mehrere Vorteile.

5G© Natalia Merzlyakova / Fotolia.com

Stuttgart/München - Der Autohersteller Mercedes-Benz Cars wird zusammen mit dem Mobilfunknetzbetreiber Telefónica Deutschland und dem Netzwerkausrüster Ericsson in der "Factory 56" im Mercedes-Benz-Werk im baden-württembergischen Sindelfingen das nach Unternehmensangaben weltweit erste 5G-Mobilfunknetz für die Automobilproduktion errichten. Das teilten die Unternehmen am Montag mit.

Gigabit-Speed für die digitalisierte Fahrzeugmontage

Ein 5G-Indoor-Mobilfunknetz in einem über 20.000 Quadratmeter großem Bereich soll Gigabit-Datenraten und kurze Latenzzeiten für die industrielle Datenkommunikation und digitalisierte Fahrzeugmontage liefern. Das Projekt werde in der laufenden Produktion eingesetzt. Die dort gewonnenen Erfahrungen sollen später bei dem 5G-Einsatz in weiteren Werken einfließen. Das 5G-Netz werde von Telefónica Deutschland zusammen mit Ericsson realisiert. Nach der Inbetriebnahme werde Mercedes-Benz Cars das Netz betreiben.

"Mit der Installation eines lokalen 5G-Netzes wird die Vernetzung aller Anlagen und Maschinen in den Fabriken von Mercedes-Benz Cars künftig noch intelligenter und damit effizienter. Das eröffnet komplett neue Chancen für die Produktion", so Jörg Burzer, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars, Produktion und Supply Chain. Telefónica Deutschland-Chef ergänzt: "Wir läuten das 5G-Zeitalter für den Industriestandort Deutschland ein und bauen das modernste Mobilfunknetz für eine der modernsten Automobilfabriken der Welt".

Einführung neuer Produktionsfeatures dank 5G-Netz

Der Einsatz der 5G-Netztechnologie ermögliche Mercedes-Benz Cars für bestehende Produktionsprozesse neue Features wie die Verknüpfung von Daten oder die Ortung von Produkten auf der Montagelinie. Maschinen und Anlagen würden intelligent miteinander verknüpft. Dank des lokalen 5G-Netzes müssten sensible Produktionsdaten nicht Dritten zur Verfügung gestellt werden. Bei Testszenarien für die Autos der Zukunft würden große Datenmengen anfallen. Über das 5G-Netz sollen diese schnell verarbeitet werden können. Die Montageanlagen und die Fördertechnik seien Internet of Things-fähig. Die "Factory 56" sei mit mehreren 5G Small Cell Indoor-Antennen und einem zentralen 5G-Hub ausgestattet worden.

Vodafone versorgt Automobilhersteller e.GO und Audi mit 5G

Bereits Ende Oktober 2018 hatte Vodafone Deutschland mehrere 5G-Partnerschaften angekündigt, unter anderem auch mit Unternehmen aus der Automobilindustrie. So werde Vodafone etwa die Produktion beim Aachener Autobauer e.GO mit 5G vernetzen. "Mit einem 5G-Netz in unserem neuen Werk in Aachen Rothe Erde erreichen wir in Echtzeit volle Transparenz über Prozess- und Logistikdaten auf dem Shopfloor. Durch den nun möglichen digitalen Schatten sind perfekte Regelkreise in der Produktionssteuerung abbildbar“, so Prof. Dr. Günther Schuh, Chef von e.GO Mobile. 5G-Partner von Vodafone sind zudem Audi, Continental und die Deutsche Bahn.

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Jörg Schamberg

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