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Mehrwertsteuererhöhungen bei Mobilfunkern

Während Kunden von T-Mobile und o2 nur in neuen Tarifen von stabilen Preisen profitieren, verzichtet E-Plus komplett auf eine Anhebung der Gebühren. Vodafone will "in vielen aktuellen Tarifen" stabile Preise bieten.

16.11.2006, 09:06 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Am 1. Januar 2007 wird in Deutschland der aktuell gültige Mehrwertsteuersatz von 16 Prozent um drei Prozentpunkte auf 19 Prozent angehoben. Für viele Mobilfunkkunden stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob sie ab dem Jahreswechsel zu teureren Konditionen mit ihrem Handy telefonieren müssen und die Grundgebühren angehoben werden. onlinekosten.de hat sich bei den vier großen Mobilfunk-Netzbetreibern erkundigt, ob und wenn ja in welcher Form die Preise steigen werden.
E-Plus: alles beim Alten
Aufatmen können alle Kunden die bei E-Plus unter Vertrag stehen. Der Mobilfunker aus Düsseldorf teilte Anfang der Woche mit, dass es keine Mehrwertsteuererhöhung geben werde. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer werde nicht an den Kunden weitergegeben, sondern die Nettopreise für Neu- und Bestandskunden in allen Tarifen entsprechend gesenkt. E-Plus-Kunden werden somit auch im kommenden Jahr zu den bekannten Preisen telefonieren und im Online-Shop einkaufen können.
In einem offenen Brief an Kunden, Unternehmer- und Handelsverbände schreibt E-Plus-Chef Michael Krammer: "Das Land hat fünf Jahre gebraucht, um sich von dem Konsum hemmenden Folgen der Euroeinführung zu erholen. Die Unternehmen stehen jetzt in der Verantwortung, den Konjunkturanstieg nicht durch eine blinde Weitergabe der Mehrwertsteuererhöhung oder gar durch Preiserhöhungen zu gefährden." Gleichzeitig warnte Krammer davor, die Mobilfunkkunden zu verunsichern. "Ärger und Verunsicherung der Verbraucher führen zu Konsumzurückhaltung, die uns Unternehmer am Ende allemal teurer zu stehen kommt als eine Senkung der Nettopreise." Beim gemessen an den Kundenzahlen aktuell kleinsten Mobilfunknetzbetreiber o2 stehen andere Pläne auf dem Programm. Wie eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage erklärte, werden nur alle neuen Tarife, die ab sofort und zum Weihnachtsgeschäft eingeführt werden, von der Mehrwertsteuererhöhung ausgenommen. Dazu zählen zum Beispiel die neuen Genion-Tarife.
Preiserhöhungen bei o2
Bei Bestandskunden, die über einen alten Tarif telefonieren, werden die Nettopreise gemäß der Mehrwertsteuererhöhung um drei Prozent angehoben. Das bedeutet zum Beispiel, dass die Grundgebühr für Genion Card von 4,99 Euro auf 5,12 Euro steigt, im klassischen Genion-Tarif werden statt 9,99 Euro künftig 10,25 Euro fällig.
Auch T-Mobile dreht an der Preisschraube
Ähnlich wird sich auch der größte deutsche Mobilfunker T-Mobile verhalten. Nach Auskunft einer T-Mobile-Sprecherin werde auf eine Anpassung der Nettopreise nur bei Tarifen verzichtet, die seit dem 1. September eingeführt wurden. Das betreffe zum Beispiel die Mobilfunk-Flatrate T-Mobile Max und die neuen Relax-Tarife. Bestandskunden, die in einem älteren Tarif telefonieren, profitieren nicht von den stabilen Preisen, sollen aber die Möglichkeit erhalten, in einen der neu eingeführten Tarife wechseln zu können, um der Preiserhöhung zu umgehen.
Vodafone braucht noch Zeit
Bei Vodafone in Düsseldorf hält man sich aktuell zu möglichen Konditionen in Sachen der Mehrwertsteuererhöhung noch bedeckt. Sicher sei schon jetzt, dass es bei neuen Angeboten wie den kürzlich überarbeiteten KombiPaketen und der SuperFlat keine Erhöhung der Preise geben werde, so die Pressestelle des Konzerns. Weiter heißt es, dass es auch in vielen aktuellen Tarifen stabile Preise geben werde. Details dazu will Vodafone allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben.
Fazit: E-Plus als Vorbild
Die Mehrwertsteuererhöhung wird sich nicht nur im Einzelhandel auf viele Preise auswirken, auch für viele deutsche Mobilfunkkunden drohen höhere Minutenpreise und Grundgebühren. Insbesondere Kunden von T-Mobile und o2, die schon seit Jahren Kundentreue beweisen und einen älteren Tarif nutzen, werden nach derzeitigem Stand mit höheren Bruttopreisen bestraft. Ähnliches Ungemach könnte auch bei Vodafone drohen, offiziell ist hier aber angeblich noch keine Entscheidung gefallen. Vorbildlich verhält sich hingegen E-Plus. Bei den Düsseldorfern bleibt in Sachen Bruttopreisen auch ab dem 1. Januar alles beim Alten. Die eigenen Kunden dürften es mit einer gesteigerten Zufriedenheit danken.

(Hayo Lücke)

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