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Mehrere Akteure hacken Pentagon-Computer

"Wir wissen, dass eine Reihe von Ländern und Gruppen aktiv diese Fähigkeiten entwickeln", sagte Pentagon-Sprecher Patrick Ryder.

05.09.2007, 08:17 Uhr
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Verschiedene Staaten und Organisationen versuchen nach Pentagon-Angaben mit gezielten Hackerangriffen die Computer des US-Verteidigungsministeriums auszuspionieren. "Wir wissen, dass eine Reihe von Ländern und Gruppen aktiv diese Fähigkeiten entwickeln", sagte Pentagon-Sprecher Patrick Ryder am Dienstag in Washington. Einen Bericht der "Financial Times", wonach die chinesische Armee das Computernetzwerk des US-Verteidigungsministeriums geknackt hat, wollte Ryder nicht bestätigen.
Verdacht bestätigt
"Wir haben Versuche von mehreren Staaten und nichtstaatlichen Organisationen beobachtet, sich unerlaubten Zugang zu den Informationsysstemen des Verteidigungsministeriums zu verschaffen oder diese Systeme zu beeinträchtigen", sagte Ryder. Im späten Frühjahr diesen Jahres sei das nicht unter Geheimhaltung stehende E-Mail-System von Verteidigungsminister Robert Gates kurzzeitig durch einen Hackerangriff außer Betrieb gewesen. Die "Financial Times" hatte berichtet, im Juni sei eine chinesische Hackerattacke auf das Pentagon verübt worden. Dabei sei es gelungen, ein Computersystem in Gates' Büro zum Absturz zu bringen. Das Blatt zitierte Regierungsvertreter, denen zufolge die chinesische Armee hinter dem Angriff stand.
Das US-Außenministerium erklärte, Washington werde das Thema gegenüber Peking erörtern, sollte sich herausstellen, dass die chinesische Armee hinter dem Hackerangriff stehe. Chinas Außenministerium wies den Verdacht zurück. "Das ist nicht nur unbegründet, sondern auch ein Zeichen für eine Mentalität des Kalten Kriegs", sagte eine Sprecherin.
Auch Deutschland betroffen
Vergangene Woche hatte der "Spiegel" von chinesischen Hackerangriffen auf deutsche Regierungsrechner berichtet. Demnach wurden zahlreiche Computer in Bundesministerien mit Spionageprogrammen aus China infiziert. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte das Thema bei ihrem Besuch in China angesprochen.

(Hayo Lücke)

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