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Mehr als 5.000 Japaner leben in Internetcafés

Weil sie zu wenig Geld für eine richtige Wohnung haben, leben tausende Japaner einer Untersuchung der Regierung zufolge in Internetcafés.

01.09.2007, 11:01 Uhr
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Weil sie zu wenig Geld für eine richtige Wohnung haben, leben tausende Japaner einer Untersuchung der Regierung zufolge in Internetcafés. Etwa 5400 Japaner lebten derzeit praktisch in den rund um die Uhr geöffneten Cafés, teilte das japanische Gesundheitsministerium am Dienstag in Tokio mit und bestätigte damit entsprechende Berichte von Mitte August.
Rund um die Uhr geöffnet
Mehr als drei Viertel von ihnen seien Männer und mehr als die Hälfte der Cafébewohner habe sich nach einem Jobverlust für das neue Zuhause entschieden, hieß es in der Studie. Rund um die Uhr geöffnete Internet- und Zeitschriftencafés sind in japanischen Städten allgegenwärtig. Sie bieten Liegen, Computer, Getränke und Comic-Hefte für gestresste Geschäftsleute oder Pendler an, die ihren Zug verpasst haben.
Bei der vom japanischen Gesundheitsministerium in 3000 Cafés vorgenommenen Untersuchung gaben rund 14 Prozent der Befragten an, dass sie nach familiären Problemen Zuflucht in den Cafés gesucht hätten. Das durchschnittliche Einkommen der Café-Flüchtlinge liegt nach Ministeriumsangaben bei 113.000 Yen (715 Euro) im Monat. Ein fünfstündiger Aufenthalt in einem Internetcafé in Tokio kostet inklusive Verpflegung etwa 3000 Yen (20 Euro). Für 200 Yen können Cafébesucher eine halbe Stunde duschen, auch frische Unterwäsche gibt es zu kaufen. Das Ministerium kündigte an, den Betroffenen mit Jobtraining und Kursen zum Geldmanagement helfen zu wollen.

(Denise Bergfeld)

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