Übergangslösung

Media Broadcast: UKW-Abschaltung vorerst abgewendet

Die drohende UKW-Abschaltung zahlreicher Senderstandorte, von dem auch etliche größere Radiosender betroffen gewesen wären, wird es nicht geben - zumindest nicht bis zum Sommer. Der ehemalige Betreiber Media Broadcast hat sich mit über 40 Radioveranstaltern auf eine Übergangslösung geeinigt.

AutoradioAuch über das Autoradio lassen sich in den kommenden Monaten UKW-Sender weiterhin empfangen.© terex / Fotolai.com

Köln – In der vergangenen Woche drohte eine Einstellung des UKW-Sendernetzbetriebs ab dem 11. April, von dem zahlreiche Radiosender in einem Großteil Deutschlands und bis zu zehn Millionen Radiohörer betroffen gewesen wären. Doch quasi in letzter Minute konnte eine Einigung für eine Übergangslösung erzielt werden. Media Broadcast, der langjährige Sendernetzbetreiber, der sich aus dem Geschäft verabschiedet hat, wird UKW vorübergehend für über 40 Radioveranstalter betreiben. Das teilte das zur freenet-Gruppe gehörende Unternehmen am Montag mit.

Radioveranstalter und Antennen-Eigner gewinnen Zeit für eine Einigung

Demnach hatte Media Broadcast sowohl gegenüber den Landesmedienanstalten als auch gegenüber der Bundesnetzagentur, der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz für die Rundfunkkommission der Länder und dem Bundeskartellamt verkündet, dass der UKW-Sendernetzbetrieb für die über 40 Radioveranstalter bis maximal 30. Juni 2018 aufrechterhalten werde.

Fast alle neuen Antennenbesitzer, die die Antennen Ende 2017 von Media Broadcast erworben hatten, hätten eine vorübergehende Nutzung der Antennen geduldet. Zugleich hätten die betroffenen öffentlich-rechtlichen und privaten Radioanbieter bzw. deren Sendernetzbetreiber Divicon und Uplink Media Broadcast entsprechend beauftragt. Bereits seit dem 1. April 2018 sei Media Broadcast mit der Weiterführung des Sendernetzbetriebes in Vorleistung getreten, obwohl die Verträge bereits zu Ende März 2018 gekündigt waren.

Die neuen Sendernetzbetreiber Uplink und Divicon sowie Radioanbieter haben sich vielerorts seit Januar noch nicht mit den neuen Eignern der UKW-Antennen über die preislichen Konditionen für den Antennenzugang geeinigt.

Media Broadcast wird UKW-Weiterbetrieb spätestens am 30. Juni beenden

"Wir haben alles in unserer Macht stehende getan, die kurzfristige massive UKW-Abschaltung von über 40 öffentlich-rechtlichen und privaten Radioprogrammen zu verhindern. Das ist uns gelungen. Mit dem jetzt nach unnötig schwerem Ringen vereinbarten Übergangsbetrieb für über 40 Anbieter sichern wir noch bis spätestens 30. Juni dort den reibungslosen Weiterbetrieb, wo sich die eigentlichen Vertragsparteien, Sendernetzbetreiber, Antennenbesitzer und Radioveranstalter aktuell noch nicht geeinigt haben", so Media Broadcast-Geschäftsführer Wolfgang Breuer.

Damit bleibe allen beteiligten Parteien bis maximal 30. Juni Zeit zur Einigung. "Wir erwarten, dass die eigentlichen Vertragsparteien spätestens bis dahin ihrer Verantwortung für einen unterbrechungsfreien Sendebetrieb gerecht werden. Wir haben uns seit dem 31. März 2018 von dem Geschäft getrennt, weil es für uns keine Möglichkeit gab, das Geschäft wirtschaftlich zu gestalten, und wir uns auf andere Geschäftsfelder wie digitale Plattformen und Services fokussieren. Wir werden definitiv am 30. Juni das Übergangsangebot beenden", so Breuer weiter.

Jörg Schamberg

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