Breitbandausbau

Mecklenburg-Vorpommern: 50 Mbit/s auf dem Land nur für 15 Prozent der Haushalte

Mecklenburg-Vorpommern steht beim Breitbandausbau noch vor großen Herausforderungen - insbesondere bei der Erschließung ländlicher Regionen mit schnellem Internet. Immerhin fließen bis 2019 über eine Milliarde Euro Fördermittel.

Jörg Schamberg, 11.10.2016, 13:26 Uhr
KabeltrommelDer Breitbandausbau in ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns kommt nur langsam voran. (Symbolbild)© Maimento / Fotolia.com

Hamburg – Wie steht es um den Breitbandausbau in ländlichen Regionen Deutschlands? Dieser Frage ging der NDR kürzlich bei einer Reise durch Mecklenburg-Vorpommern nach. Das an die Ostsee angrenzende Bundesland ist mit rund 1,6 Millionen Einwohnern nur dünn besiedelt. Beim Breitbandausbau gibt es offenbar noch viel zu tun.

Fast 1,2 Milliarden Euro Fördermittel bis 2019

Flächendeckend würden in Mecklenburg-Vorpommern derzeit Internet-Bandbreiten von 2 bis 6 Mbit/s nutzbar sein. Komplett ohne Internet soll keine Gemeinde sein, so Christian Pegel (SPD), Minister für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern. Das Bandbreiten-Gefälle zwischen Stadt und Land ist im Nordosten Deutschlands drastisch ausgeprägt. Während laut Pegel in Städten für rund 90 Prozent der Haushalte Internetanschlüsse mit Surfgeschwindigkeiten von 50 Mbit/s verfügbar seien, könnten nur weniger als 15 Prozent der Haushalte auf dem Land bei Bedarf Highspeed-Internet buchen. "Damit sind wir nicht Tabellenletzter in Deutschland, aber im letzten Tabellendrittel. Wir sind also noch nicht abstiegsgefährdet, aber trotzdem haben wir noch was zu tun", erklärt Minister Pegel.

Mecklenburg-Vorpommern war erfolgreich beim Werben um Fördermittel. Bis 2019 fließen insgesamt fast 1,2 Milliarden Euro in den Breitbandausbau vor Ort. Alleine 700 Millionen Euro wird der Bund beisteuern. 77 von 98 Projektgebieten würden durch Bundes- und Landesmittel gefördert.

Mecklenburg-Vorpommern für Investitionen der Netzbetreiber unattraktiv?

Ohne staatliche Förderung kommt der Breitbandausbau in Mecklenburg-Vorpommern offenbar nicht voran. Für private Anbieter ist der Ausbau in ländlichen Regionen finanziell meist nicht attraktiv, zumal das Bundesland mit einer weiter anhaltenden Landflucht kämpft. Die jüngere Generation zieht es in die Städte. Gewerbebetriebe sind auf schnelles Internet angewiesen, wenn sie nicht von der Konkurrenz abgehängt werden wollen.

Die oft als Lösung für dünn besiedelte Regionen proklamierte LTE-Technik sei als shared medium nur bedingt geeignet. Greifen mehrere Nutzer gleichzeitig auf eine Funkzelle zu, sinkt die verfügbare Bandbreite erheblich. In dem Flächenland Mecklenburg-Vorpommern sind zudem umfangreiche und teure Tiefbauarbeiten erforderlich, um die einzelnen Häuser an ein schnelles Glasfasernetz anzuschließen. Es wird also noch Zeit und viel Geld brauchen, damit Highspeed-Internet auch in Mecklenburg-Vorpommern überall vorankommt.

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