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McAfee: Online-Kriminalität attraktiv für junge Leute

Das Internet-Verbrechen organisiert sich. Eine neue Studie des Antiviren-Herstellers McAfee belegt, dass die Cyberkriminellen gezielt nach neuen, jungen Mitarbeitern suchen.

13.12.2006, 09:01 Uhr
Datenverkehr© Julien Eichinger / Fotolia.com

Das Verbrechen im Internet blüht. Grund genug für den Antiviren-Hersteller McAfee, sich einmal genauer mit der Cyber-Kriminalität zu befassen. So hat McAfee nun bereits die zweite jährliche Studie über organisierte Verbrechen im Internet veröffentlicht. Das Ergebnis ist ein schlechtes Bild der Internet-Jugend.
Kriminelle werben Studenten an
Aus der Studie geht hervor, dass sich das Verbrechen im Internet zunehmend organisiert. Waren vor wenigen Jahren noch zumeist Einzeltäter oder kleine Banden für Internet-Verbrechen wie die Verbreitung von Schadprogrammen oder den Diebstahl und Missbrauch persönlicher Informationen verantwortlich, handelt es sich inzwischen um mafiaähnliche Strukturen, die gezielt junge Computerfreaks rekrutieren.
So beschreibt McAfee, basierend sowohl auf Daten der europäischen Einrichtungen zur Bekämpfung der Cyberkriminalität als auch des FBI, dass verbrecherische Organisationen gezielt Studenten renommierter Universitäten zu werben suchen, um deren Kenntnisse zur Durchführung von Cyber-Verbrechen einzusetzen. Nicht selten mit Erfolg. Dabei erfolgt die Rekrutierung "unter Einsatz von Methoden, die denen des KGB zur Rekrutierung neuer Mitarbeiter zu Zeiten des kalten Krieges ähneln", wie es in der Pressemitteilung von McAfee heißt.
Jugendliche fasziniert von Cyber-Kriminellen
Auf der anderen Seite seien auch Kinder mit Internet-Erfahrung besonders interessiert an Cyberkriminalität. So sind Jugendliche jenseits der 14 Jahre von Cyberkriminellen geradezu fasziniert und interessiert an der Möglichkeit, schnell und mit einfachsten Mitteln zu Erfolg und Geld zu gelangen. Dass dabei andere geschädigt werden, ist für sie nebensächlich. Doch nicht nur junge Leute driften in Richtung Cyberkriminalität ab, wie die Studie belegt. Der größte Teil der Angriffe soll laut McAfee von Insidern kommen, von Mitarbeitern, Partnerunternehmen und anderen, die Einblick in die Struktur eines Unternehmens gehabt haben. Dabei organisiert sich das Verbrechen derart, das Kontaktmänner, so genannte Cybercrooks, den Cyberkriminellen innerhalb der Unternehmen die nötigen Einblicke verschaffen.
Angriffe werden ausgefeilter
Die Computer-Kriminellen spielen nicht selten mit der frei zugänglichen globalen Netzstruktur. Im Wissen, dass Angriffe im Zweifelsfall zu einem Internet-Anschluss zurückverfolgt werden können, nutzen sie gezielt öffentlich zugängliche oder schlecht gesicherte fremde Netzwerke, zum Beispiel WLANs von Behörden, Cafés oder Privathaushalten und vom Ausland aus. Auf diese Weise ist es den Cyberkriminellen ein Leichtes, mit minimalem Aufwand und in Sicherheit den maximalen Gewinn zu erzielen.
Die Methoden sind dabei so vielfältig wie professionell. Die Entwicklung entfernt sich immer weiter vom klassischen Einzeltäter hin zu Organisationen, die gezielt mit Hilfe neuer Phishing-Methoden und Identitätsdiebstählen arbeiten, um unbedarften Internet-Nutzern im großen Stil das Geld aus der Tasche zu ziehen. Wie bisher gibt es also keine Entwarnung in Sachen Internet-Sicherheit, mit einem Unterschied: Ein Virenscanner stellt schon lange keinen Schutz mehr dar.

(Christian Rentrop)

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