190-Milliarden-Euro-Deal

Mannesmann-Übernahme durch Vodafone war "großes Unglück"

Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser hadert auch 20 Jahre nach der Übernahme des Mobilfunkkonzerns Mannesmann durch Vodafone mit dem Milliarden-Deal. Alleine hätte Mannesmann den Mobilfunk früher nach vorne gebracht.

Jörg Schamberg, 04.02.2020, 11:58 Uhr (Quelle: DPA)
Vodafone Zentrale DüsseldorfDie Zentrale von Vodafone Deutschland in Düsseldorf.© Vodafone GmbH

Auch 20 Jahre nach der Übernahme des Mobilfunk- und Technologiekonzerns Mannesmann durch Vodafone sieht der ehemalige Konzernchef Klaus Esser den 190-Milliarden-Euro-Deal als "großes Unglück". "Unsere Erfolgsgeschichte wurde abgebrochen", sagte der heute 72-jährige frühere Manager der "Rheinischen Post" (Dienstagsausgabe).

Mannesmann hätte mobile Datenkommunikation schneller realisiert

"Die Fortführung unserer Strategie wäre für die Mitarbeiter, Kunden und Aktionäre besser gewesen, weil es mehr Wachstum und Gewinn gegeben hätte", betonte Esser. Mannesmann sei damals Pionier in der mobilen Datenkommunikation gewesen. "Es wäre mit uns viel früher gekommen", sagte Esser. Auch bei der Integration von Festnetz und Mobilfunk sei der Konzern Vorreiter gewesen.

Der Mannesmann-Aufsichtsrat hatte am 4. Februar 2000 nach einer langen vergeblichen Abwehrschlacht dem Verkauf an den britischen Rivalen zugestimmt. Mit einem Kaufpreis von 190 Milliarden Euro gilt das Geschäft bis heute als die teuerste Übernahme aller Zeiten.

Esser erhielt 16 Millionen Euro als Prämie

Aufsehen erregte damals auch die 16-Millionen-Euro-Prämie, die Esser nach der Übernahme vom Aufsichtsrat zusätzlich zur Auszahlung seines Vertrages erhielt. Die Prämie führte zur einem jahrelangen Prozess und beschäftige damals sogar den Bundesgerichtshof. Doch wurde das Verfahren gegen die beteiligten Aufsichtsratsmitglieder und Esser am Ende gegen Geldauflagen - teilweise in Millionenhöhe - eingestellt.

Esser betone, er verstehe, dass die meisten Menschen gefunden hätten, die Prämie sei "zu hoch". Doch die Mannesmann-Aktionäre hätten die 16 Millionen Euro angesichts einer Kurssteigerung von 150 Milliarden Euro angemessen gefunden. "Natürlich hätte ich lieber keine Prämie bekommen und weiter meine Arbeit gemacht für Mannesmann und die Aktionäre", sagte er.

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