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Mangelndes Interesse an arena

Der Großteil unserer Leser ist nicht bereit, für das Pay-TV-Angebot des Bundesliga-Senders arena Geld zu investieren. Die Gründe könnten in der mangelnden Exklusivität liegen.

25.06.2007, 15:21 Uhr
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Am 10. August ist es soweit: Die Fußball Bundesliga startet in die neue Saison und auch der Pay-TV-Sender arena wird wieder live aus den Stadien der 1. und 2. Bundesliga berichten. Die Zahl der Abonnenten hält sich allerdings noch in Grenzen. Ende März hatten sich gerade mal 1,1 Millionen Kunden für ein arena-Abo entschieden und laut der neuen Umfrage von onlinekosten.de ist die Bereitschaft, für Live-Übertragungen der Bundesligaspiele Geld auszugeben, eher gering.
Von den 1.297 Umfrage-Teilnehmern gaben fast 81 Prozent an, derzeit kein Kunde von arena werden zu wollen. Gut zwölf Prozent unserer Leser wollen zunächst abwarten, ob ein passendes Sonderangebot aufgelegt wird, knapp zwei Prozent haben nach eigenen Angaben noch keine Entscheidung getroffen, ob ein arena-Abo für sie in Frage kommt oder nicht. Nur gut fünf Prozent der Teilnehmer gaben an, mit Sicherheit die Bundesliga auf arena verfolgen zu wollen. Davon dürften viele aber bereits ein Abo abgeschlossen haben.
GEZ-Gebühr ein Hindernis?
Doch womit lässt sich das mangelnde Interesse an den Fußballübertragungen im Pay-TV erklären? Die GEZ-Gebühren dürften unter anderem für viele TV-Konsumenten ein Hemmschuh sein, noch mehr Geld fürs Programm im Bezahlfernsehen zu investieren. Monatlich werden von der GEZ für einen Fernsehhaushalt 17,03 Euro fällig. Wer das Programm von arena empfangen möchte, muss als Kabelkunde monatlich 14,90 Euro, als Satellitenkunde sogar 19,90 Euro extra zahlen. So kommen jeden Monat – von möglicherweise zusätzlich anfallenden Kabelnutzungsgebühren abgesehen – 31,93 Euro beziehungsweise 36,93 Euro zusammen. Ein zweites Problem stellt für arena die geringe Exklusivität dar. Zwar hat arena das Recht, alle Spiele live und in einer Konferenzschaltung zu zeigen, doch zumindest am Samstagabend geht bereits gut eine Stunde nach Abpfiff der Spiele die Sportschau im frei empfangbaren Fernsehen mit Zusammenfassungen aller Spiele auf Sendung. Viele Nutzer sind - verständlicherweise - nicht bereit, für Fußball im Fernsehen Geld zu zahlen, wenn kurz nach dem Schlusspfiff alle Tore kostenlos in der ARD zu bewundern sind.
In diesem Punkt wird in Zukunft auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) gefragt sein, dem Pay-TV-Partner möglicherweise mehr Exklusivität zu gewähren. DFL-Präsident Wolfgang Holzhäuser erklärte jüngst: "Auch die Sportschau ist grundsätzlich nicht unantastbar." Holzhäuser verwies auch darauf, dass bereits seit Jahren über veränderte Anstoßzeiten nachgedacht werde. Denkbar könnte auch sein, den Spieltag auf noch mehr Wochentage aufzuteilen. Zum Beispiel in der englischen Premiere League ist dies bereits heute Usus.
Neues arena-Angebot
Mindestens zwei Jahre wird aber noch alles so bleiben wie es ist. Ab der Saison 2009/2010 wird entweder weiter arena oder ein neuer Pay-TV-Partner mit der DFL zusammenarbeiten – möglicherweise unter anderen, exklusiveren Rahmenbedingungen. Bis dahin muss für arena der Grundsatz gelten, die Verluste möglichst rasch abzubauen beziehungsweise so gering wie möglich zu halten.
Unter anderem mit einem neuen Angebot für Satellitenkunden soll dies erreicht werden. Wer jetzt bei arena einen Vertrag mit zwei Jahren Laufzeit abschließt, muss bis Ende September dieses Jahres keinen monatlichen Grundpreis zahlen. Bei einer Online-Bestellung wird zudem die normalerweise anfallende Einrichtungsgebühr in Höhe von 29,95 Euro nicht berechnet. Ein Digitalreceiver wird während der Vertragslaufzeit kostenlos zur Verfügung gestellt. Zunächst ist das Angebot bis zum 29. Juli befristet.

(Hayo Lücke)

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