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"Manager Magazin": Liberty Global will auch Kabel Deutschland schlucken

US-Medientycoon John Malone will laut "Manager Magazin" erneut in Deutschland auf Einkaufstour gehen. Nach den milliardenschweren Übernahmen der Netzbetreiber KabelBW und Unitymedia durch Liberty Global soll nun Kabel Deutschland auf dem Wunschzettel stehen.

17.04.2013, 17:31 Uhr (Quelle: DPA)
Kabel Deutschland© Kabel Deutschland

Der US-Kabelriese Liberty Global greift laut "Manager Magazin" nun auch nach Kabel Deutschland. Nach dem Kauf der Netzbetreiber KabelBW und Unitymedia stehe der deutsche Marktführer nun ganz oben auf der Wunschliste des US-Konzerns, schreibt das Magazin ohne Angabe konkreter Quellen. Weder Kabel Deutschland in München noch die mittlerweile zusammengeschlossene Unitymedia KabelBW in Köln wollten den Bericht am Mittwoch kommentieren.

Übernahmen gelten als schwierig

Übernahmen auf dem deutschen Kabelmarkt gelten aber als schwierig, da das Kartellamt ein scharfes Auge auf das Geschäft hat, das sich im wesentlichen drei große Unternehmen teilen. Die großen drei - Kabel Deutschland, Unitymedia Kabel BW und Tele Columbus - machen sich allerdings kaum direkte Konkurrenz, sondern sind in unterschiedlichen Bundesländern aktiv.

Zuletzt hatte es Gerüchte gegeben, Vodafone sei auch an Kabel Deutschland interessiert. Nach dem Bekanntwerden der Pläne soll der britische Telekomkonzern aber vorerst Abstand von dem Geschäft genommen haben.

Kabel-Deutschland-Aktie im Höhenflug

Der Aktie der Münchner schaden die neuerlichen Gerüchte nicht: Der Kurs kletterte am Mittwoch zwischenzeitlich auf ein Rekordhoch von 76,40 Euro und notierte am Mittag bei 73,29 Euro, ein Plus von mehr als 4 Prozent. Für eine Komplettübernahme von Kabel Deutschland müsste Liberty Global - gemessen an diesem Kurs - knapp 6,5 Milliarden Euro auf den Tisch legen. Für Unitymedia hatte der US-Konzern 2009 rund 3,5 und für KabelBW vor zwei Jahren 3,2 Milliarden Euro gezahlt.

Liberty Global unter der Führung von John Malone und seinem Unternehmenschef Michael Fries stecken in den Ausbau ihres Geschäfts in Europa viel Geld. Erst im Februar gab Liberty Global umgerechnet mehr als 12 Milliarden Euro für den britischen Konkurrenten Virgin Media aus und griff damit US-Medienmogul Rupert Murdoch in einem seiner wichtigsten Reviere an. Auch an Deutschland hat Malone seit Jahren Interesse, musste sich aber zunächst den Kartellwächtern beugen.

Das Netz, das Kabel Deutschland betreibt, baute einst die Deutsche Bundespost. Die Deutsche Telekom als Nachfolgerin musste sich schließlich aus Wettbewerbsgründen von der Breitband-Infrastruktur trennen und die 1999 aus dem Konzern ausgegliederte Kabel Deutschland GmbH verkaufen. Danach wurden die Regionalnetze nach und nach an Investoren verkauft. 2002 wollte Malone die verbliebenen sechs Netze übernehmen, scheiterte aber am Kartellamt.

Einspruch des Kartellamts wahrscheinlich

Auch gegen den späteren Kauf von Unitymedia hatte das Amt zunächst Bedenken und genehmigte den Deal nur unter Auflagen. Zuletzt machte das Kartellamt Kabel Deutschland selbst bei der geplanten Übernahme von Tele Columbus einen Strich durch die Rechnung. Laut "Manager Magazin" erhofft sich Liberty Media gerade durch diesen Eingriff der Behörde, dass eine Übernahme Chancen hätte, da es mit Tele Columbus noch einen weiteren Wettbewerber auf dem deutschen Markt geben würde.

NordLB-Analyst Holger Fechner sagte, diese Argumentation könne er nicht ganz nachvollziehen. Er rechne eher damit, dass eine solche Übernahme auf erhebliche kartellrechtliche Einwände stoßen dürfte. Kabel Deutschland, seit 2010 an der Börse, versorgt rund 8,5 Millionen Haushalte, beschäftigt etwa 3500 Menschen und machte im vergangenen Geschäftsjahr rund 1,7 Milliarden Euro Umsatz.

(Christian Wolf)

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