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Mac OS X jetzt auch für Intel-PCs

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com
Bevor jetzt der Mac auf den Müll fliegt: Das Datum der Meldung gibt Aufschluss über deren Wahrheitsgehalt!

Die frohe Botschaft für alle Windows-Geplagten: Apples beliebtes Betriebssystem soll nun auch für IBM-kompatible Rechner auf den Markt kommen. Damit steht allen PC-Nutzern in Zukunft MacOS X als Alternative zu Windows und Linux zur Verfügung. Die ersten Entwickler-Versionen wurden bereits ausgeliefert.

Bei dem neuen System handelt es sich im Prinzip um ein MacOS X.3 ("Panther"), das um die x86er-Befehlssätze erweitert wurde. Das neue MacOS für PCs wurde auf Basis des bereits auf IBM-kompatible Systeme portierten Unix-Derivates OpenDarwin entwickelt. Die Implentierung der Aqua-Oberfläche war dann nur noch ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

Kleines System mit großen Ambitionen

Schon seit einiger Zeit gab es Gerüchte, ob Mac OS X doch noch seinen Weg auf den PC finden könnte, die aber von Apple, wahrscheinlich aufgrund der firmeninternen Geheimhaltungpolitik, hartnäckig dementiert wurden.

Aus vertraulicher Quelle hieß es, dass Apple die Betriebssystem-Portierung bereits im Sommer offiziell vorstellen wird. Und mit ihm ein völlig neues Lizenzmodell, denn der Verkauf von separaten Versionen für PCs und Macs ist nicht geplant. Stattdessen wird es sich bei den mitgelieferten CDs um Hybrid-CDs handeln, die sowohl auf PCs, als auch auf Macs bootfähig sind.

Hybrid-CD bootet Mac und PC

So ist es dem Käufer eines Mac OS X in Zukunft möglich, das System sowohl auf einem Mac als auch auf einem PC zu installieren. Pro Käufer werden also eine PC- und eine Mac-Lizenz vergeben. Mac-Nutzer können das System also ohne rechtliche Bedenken auch auf einem möglicherweise vorhandenen PC installieren.

Bereits beim Codenamen der Entwickler-Version hat sich Apple einen kleinen Spaß mit dem Rivalen Microsoft erlaubt. In Anlehnung an die ewige Beta "Longhorn", einem trägen Rind, trägt das PC-OS X mit dem Codenamen "Gepard". Der Geschwindigkeits-Weltrekordler aus dem Tierreich soll sich hin und wieder auch ein altersschwaches Rindviech zum Lunch genehmigen. Das soll wohl zeigen, dass Apple wesentlich schneller und effizienter arbeiten kann als der Gigant aus Redmond.

Erste Screenshots

Erste Screenshots liegen ebenfalls bereits vor. Das System ähnelt dem klassischen Mac OS X für Power-PCs wie ein Ei dem anderen. Allerdings hat Apple einige Goodies eingebaut, die auch dem normalen Mac-User zugute kommen könnten. Zum Beispiel wird "Gepard" wesentlich mehr Hardware unterstützen, als OS X das bisher tat. Ein Zugeständnis an die im Vergleich zu Apples Hardware nicht sonderlich homogene, dafür aber schnelle PC-Hardware.

So können sich auch Mac-User mit Gepard über eine wesentlich breitere Unterstützung von Hardware freuen. Gleichzeitig soll ein vereinheitlichtes Treiber-Interface dafür sorgen, dass die Treiber sowohl für Mac-, als auch für PC-Hardware genutzt werden können. Es ist also egal, ob zum Beispiel der Scanner am PC oder Mac angeschlossen wird, sofern OS X-Treiber vorhanden sind.

Neuartiges Treibermodell

Für PC-Nutzer erschließt sich mit "Gepard" die Welt der iApps. Sie müssen nicht länger auf Programme iChat und Garageband oder die native Unterstützung des iTunes Musicstore verzichten. Die Unterstützung erfolgt genau wie beim Treibermodell, im Gegensatz zu Linux ist es nicht nötig, Programme für x86er neu zu kompilieren.

Allerdings hat "Gepard" auf dem PC auch einige Nachteile gegenüber der Power-PC-Version. So hat Apple es sich verkniffen, die Classic-Umgebung in der PC-Variante zu integrieren. Diese dient dazu, alte OS 9-Programme unter OS X laufen zu lassen, ähnlich der DOS-Box in Windows. Da ersteres aber bereits seit zwei Jahren nicht mehr von Apple unterstützt wird kein sonderlicher Verlust.

Software läuft ohne Neukompilierung

Auch an die Software-Hersteller wurde gedacht. Speziell angepasste Bibliotheken sollen dafür sorgen, dass der Code, egal ob auf IBM- oder Mac ausgeführt, das gleiche Ergebnis bringt. Doppelter Programmieraufwand ist also nicht nötig. Dennoch sollen die Programmierer besonders Hardware-intensiver Software wie Photoshop die Möglichkeit haben, ihren Code mit speziellen Befehlen an die verschiedenen Rechnerarchitekturen anzupassen, um noch das letzte Quäntchen Performance herauszuholen.

Die Entwickler-Version von OS X "Gepard" enthält alle bereits für OS X.4 angekündigten Funktionen, die uns vorliegende Tetstversion trägt die Nummer "10.4.1". Dazu gehört eine bessere Unterstützung der Spracherkennung und diverse andere Goodies. Mit dem neuen Betriebssystem holt Apple zum Doppelschlag gegen Microsoft aus.

Das Ende von Windows?

Denn sowohl das Betriebssystem Windows als auch der PC-Emulator Virtual-PC dürften mit dem Erscheinen von "Gepard" nutzlos werden. Letztere könnte allerdings noch für alte Windows-Software benötigt werden. Denn Windows-Software wird von "Gepard" freilich nicht unterstützt.

(Christian Rentrop)

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