FTTB-Ausbau

M-net: Probleme beim Glasfaserprojekt in Cham

Ein großes FTTB-Glasfaserprojekt von M-net im Landkreis Cham ist ins Stocken geraten. Laut Medienberichten drohen dem Provider hohe Schadensersatzforderungen. Auf unsere Anfrage hat M-net Stellung bezogen.

Jörg Schamberg, 16.01.2019, 16:12 Uhr
m-net© M-net

München – Der in München ansässige regionale Telekommunikationsanbieter M-net (Angebote von M-net) Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
Sie können dieses Produkt natürlich auch woanders kaufen; der hier integrierte Werbelink ist ein Vorschlag und stellt weitere Informationen zur Verfügung. Partnerprogramme haben keinerlei Einfluss auf unsere redaktionelle Berichterstattung, Preise oder Platzierungen in Tarifrechnern.
hatte Ende Mai 2017 ein großes Glasfaserprojekt für 37 Dörfer des Landkreises Cham in der Oberpfalz angekündigt. 8.000 Haushalte und 1.000 Unternehmen sollten Internetzugänge per FTTB (Fiber to the Building) erhalten. Dafür sollten 4.000 Kilometer Glasfaser verlegt werden. Nach damaligen Unternehmensangaben handelte es sich um das größte Glasfasernetz in Bayern. Bund und Land sollten Fördermittel in Höhe von 41,5 Millionen Euro beisteuern.

Glasfaserprojekt in Cham nicht im Zeitplan

"Der Landkreis ist einer der ersten in Deutschland, der mit unserem Bundesprogramm sein Glasfasernetz massiv ausbaut. Damit wird Cham zum Gigabit-Landkreis und Vorreiter für die Digitalisierung der Regionen", hatte Bundesminister Alexander Dobrindt 2017 beim Spatenstich erklärt.

Doch es ist offenbar Sand im Getriebe. Die Münchener "Abendzeitung" berichtete am Mittwoch über erhebliche Probleme bei dem Projekt, das bis Mitte 2019 abgeschlossen sein sollte. Seit mehr als einem Jahr sei in Cham jedoch nichts mehr passiert, die Kunden warteten weiter auf Glasfaser. Unsere Redaktion hat bei M-net nachgefragt.

"Es ist richtig, dass das Projekt in Cham aus verschiedenen Gründen nicht im ursprünglichen Zeitplan umgesetzt werden konnte. Wir befinden uns aber nach wie vor im engen Austausch mit unserem Vertragspartner, dem Landkreis Cham, um eine Lösung für den Breitband-Ausbau in der Region zu entwickeln", so ein M-net-Sprecher auf unsere Anfrage.

Schadensersatz? - M-net verweist auf laufende Gespräche

Für M-net könnte die Verzögerung teuer werden. So drohen angeblich hohe Schadensersatzforderungen des Landkreises. Der M-net-Sprecher erklärte im Hinblick auf noch laufende Gespräche jedoch: "Aus diesem Grund verbietet sich für uns zum jetzigen Zeitpunkt jegliche Spekulation über mögliche Schadensersatzansprüche oder gar Geldsummen, da wir gemeinsam mit dem Landkreis mit Hochdruck an einer Lösung arbeiten." Eine Möglichkeit ist, dass die Stadtwerke München (SWM) und weitere Anteilseigner von M-net Finanzmittel zuschießen. Dies hatte SWM-Chef Florian Bieberbach laut "Süddeutscher Zeitung" erklärt. Bieberach wolle demnächst zu einem Krisengespräch selbst nach Cham fahren.

Andere M-net-Kunden seien von der Problematik nicht betroffen: "Die offenen Fragen betreffen ausschließlich das Ausbauprojekt in Cham und haben keine Auswirkungen auf andere laufende Ausbauprojekte oder auf unsere Kunden in anderen Regionen. Es ist selbstverständlich sichergestellt, dass unsere Kunden weiterhin ihre gewohnten Leistungen erhalten", so die Stellungnahme von M-net.

Spekulationen über eine angeblich sogar drohende Insolvenz wies der M-net-Sprecher strikt zurück: "Die Gerüchte zu einer möglichen Insolvenz sind definitiv falsch. Es bestehen keine finanziellen Schwierigkeiten und es besteht keine Grundlage für derartige Spekulationen."

Günstige Internet-Tarife finden
Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang