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Lytro: Neue Lichtfeld-Kamera Illum vorgestellt

Jetzt wird's ernst: Kamen die ersten Lichtfeld-Kameras von Lytro optisch noch wie Spielzeug daher, bringt die kalifornische Firma legt jetzt ein Profi-Modell auf den Markt, das 20 Millionen Lichtstrahlen bündelt.

26.04.2014, 16:01 Uhr (Quelle: DPA)
Welt© Julien Eichinger / Fotolia.com

Ein Klick, und das Bild ist im Kasten - und die Fakten sind geschaffen. Focus, Perspektive und Schärfentiefe sind festgelegt und können bestenfalls mit Grafik-Software leicht modifizieren. So funktioniert klassische Fotografie. Das Start-Up Lytro geht einen anderen Weg: Die Lichtfeld-Technologie erlaubt ein nachträgliches Einstellen bestimmter Parameter wie Focus und Schärfentiefe.

Focus und Schärfentiefe nachregelbar

Im Juli 2014 kommt das neue Kameramodell Illum auf den US-Markt: Sie gleicht optisch einer "erwachsenen" Spiegelreflex-Kamera und bringt eine höhere Bildauflösung und eine schnellere Verschlusszeit mit als die seit zwei Jahren verkaufte erste Version. Die Verbesserungen haben aber ihren Preis: Das Gerät ist mit rund 1.600 Euro drei mal so teuer wie das ursprüngliche Modell.

Die Lytro-Kameras funktionieren anders als Geräte mit herkömmlicher Fototechnik. Während bei der klassischen Fotografie von einer Linse gebündeltes Licht eingefangen wird, versuchen Lichtfeld-Kameras, möglichst viele Strahlen direkt aufzunehmen. Lytro rechnet sie mit seiner Software zusammen und erzeugt daraus Bilder, bei denen man den Fokus nachträglich verändern oder einen 3D-Effekt erzeugen kann. Die erste Kamera glich optisch eher einem Kaleidoskop konnte 11 Millionen Lichtstrahlen einfangen. Bei der neuen Illum sind es 20 Millionen.

Quad-Core-CPU an Bord

Die 940 Gramm schwere Kamera hat einen klappbaren 4-Zoll-Touch-Bildschirm im Gepäck und einen Einschub für SD-Speicherkarten nebst austauschbarem Akku. Im Inneren des etwa 9 x 15 x 17 Zentimeter großen Gerätes werkelt ein Snapdragon-Prozessor von Qualcomm mit vier Kernen.

Lytro-Chef Jason Rosenthal hatte Anfang des Jahres angekündigt, die Technik solle mit der Zeit auch in Smartphones und Tablets einziehen. "Unser Plan ist, zugleich die Auflösung auf eine Milliarde Lichtstrahlen hochzuschrauben", sagte er. "Dafür werden wir drei bis fünf Jahre brauchen - aber damit wird man Bilder mit unvergleichbarem Detailreichtum machen können."

(Dorothee Monreal)

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