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Lycos trennt sich von Tochterunternehmen

Der Internetkonzern Lycos Europe hat sich von seiner tschechischen Beteiligung getrennt. Die Verhandlungen über den Verkauf der deutschen Tochter sollen bis Sommer abgeschlossen sein.

04.04.2007, 18:00 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Der Internetkonzern Lycos Europe will sich bis zum Sommer von weiteren Unternehmenstöchtern trennen. Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Verkauf des deutschen Zugangsgeschäfts. Das meldet das "Handelsblatt".
Verkauf geht in die heiße Phase
Vorstandschef Christoph Mohn bestätigte gegenüber der Zeitung, dass derzeit mit mehreren Bietern verhandelt wird. Die "Due Diligence" - eine eingehende Prüfung vor dem Verkauf - sei bereits angelaufen. Schon im vergangenen Februar hatte Lycos weitere Verkäufe angekündigt. Branchenkenner rechnen mit einem Verkaufserlös im niedrigen einstelligen Millionenbereich. Der Umsatz der deutschen Lycos-Tochter lag nach Unternehmensangaben zuletzt bei sechs Millionen Euro.
Der Verkauf des tschechischen Portals seznam.cz ist bereits unter Dach und Fach. Die Beteiligung in Höhe von 30 Prozent wurde für 65 Millionen Euro verkauft. Die neuen Anteilseigner sind die New Yorker Fondsgesellschaften Tiger Holding und Miura International. Der Verkauf der tschechischen Beteiligung soll Lycos dauerhaft in die Gewinnzone bringen. Nach Bekanntwerden des Deals legte die Lycos-Aktie um fast zwölf Prozent zu und liegt nun bei 85 Cent.
Verlust seit zehn Jahren
Lycos Europe fährt seit mehr als zehn Jahren operative Verluste ein. In Deutschland war Lycos 1999 an den Start gegangen. Das Unternehmen ist mehrheitlich im Besitz des Medienkonzerns Bertelsmann und des spanischen Telekommunikationskonzerns Telefonica. Nach dem Verkauf des schwedischen Internetgeschäfts im Januar wurde erstmals ein Gewinn von 1,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Der operative Verlust sank um 30 Prozent auf 13 Millionen Euro, der Umsatz stieg um vier Prozent auf 82 Millionen Euro.

(Stefan Hagedorn)

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