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Lufthansa: Rechenzentren gehen an IBM

Streiks und Konkurrenz durch Billigflieger - harte Zeiten für traditionelle Fluggesellschaften. Die Lufthansa reagiert auf den Kostendruck und will ihre Rechenzentren auslagern und an IBM verkaufen.

23.10.2014, 07:31 Uhr (Quelle: DPA)
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Der US-amerikanische Konzern IBM wird künftig die IT-Geschicke des deutschen Luftverkehr-Riesen Lufthansa lenken. Europas größte Fluggesellschaft will ihre Rechenzentren an das Unternehmen aus dem Bundesstaat New York verkaufen und ihre IT-Sparte Systems auflösen, teilte Lufthansa am Mittwoch in Frankfurt mit. 1.400 Mitarbeiter sind davon betroffen. Die übrigen 2.800 Mitarbeiter der Lufthansa Systems AG werden auf die eigenständige Gesellschaften "Airline Solutions" und "Industry Solutions" aufgeteilt.

Sparpotenzial: 70 Millionen Euro

Für die Rechenzentren will die Lufthansa mit IBM einen Service-Vertrag über sieben Jahre schließen und damit jährlich im Schnitt rund 70 Millionen Euro einsparen. "Die Zusammenarbeit mit einem global agierenden und erfolgreichen IT-Konzern wie IBM stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Konzernunternehmen sowie der Lufthansa Group insgesamt", sagte Lufthansa-Finanzvorstand Simone Menne, die auch dem Aufsichtsrat der Lufthansa Systems AG vorsitzt. Das werde die Kosten unmittelbar senken und den Zugriff auf neueste IT-Technologien sichern.

Mitarbeiter sollen übernommen werden

Nach dem aktuellem Verhandlungsstand wolle IBM alle rund 1.400 Mitarbeiter des Geschäftsbereichs Infrastruktur übernehmen. Die Standorte Kelsterbach und Budapest sollen erhalten bleiben. Zudem habe IBM zugesagt, auch alle anderen Arbeitsplätze an den übrigen Standorten zu erhalten.

Der Umbau drückt allerdings auf den Gewinn: Eine Belastung von rund 240 Millionen Euro vor Steuern werde im laufenden Jahr das Nettoergebnis belasten, nicht aber den operativen Gewinn, hieß es. Den Verkauf der Sparte will die Lufthansa Ende März 2015 abschließen. Der Aufsichtsrat muss dem Plan noch zustimmen.

Der verbleibende Rest der Sparte Systems wird in zwei eigenständige Gesellschaften unter dem Konzerndach aufgeteilt. So soll der Bereich Airline Solutions weiter Spezial-Software anbieten, die konzerneigenen und fremden Fluggesellschaften etwa bei der Planung und dem Management des Flugbetriebs hilft. Die Mitarbeiter des Bereichs Industry Solutions sollen weiterhin konzernfremde Unternehmen bei Computerthemen etwa in der Logistik beraten.

(Dorothee Monreal)

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