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LTE-Testbetrieb im Sauerland gestartet

Im Rahmen des Pilotprojekts werden am WDR-Sendeturm Nordhelle europaweit erstmalig unter realen Bedingungen Frequenzen verwendet, die durch die Digitalisierung der Fernsehübertragung frei geworden sind.

09.11.2009, 12:50 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Um künftig ländliche Regionen mit schnellen Internetanschlüssen versorgen zu können, wurde am Montag in Nordrhein-Westfalen (NRW) der Testbetrieb eines Mobilfunk-Systems der vierten Generation auf Basis von LTE (Long Term Evolution) gestartet. Vodafone arbeitet dabei mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung, der Landesanstalt für Medien und dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) zusammen. Im Rahmen des Pilotprojekts werden am WDR-Sendeturm Nordhelle europaweit erstmalig unter realen Bedingungen Frequenzen verwendet, die durch die Digitalisierung der Fernsehübertragung frei geworden sind (digitale Dividende).
Haushalte noch nicht angeschlossen
Mit dem Startschuss sei es nun möglich, die noch offenen technischen Fragen zu klären und die schnelle Internetversorgung der ländlichen Gebiete vorzubereiten, sagte NRW-Medienminister Andreas Krautscheid am Montag in Herscheid. Per symbolischem Knopfdruck wurde die Funk-Datenübertragung an der LTE-Basisstation zwischen den ersten Geräte-Prototypen gestartet. Haushalte werden dabei allerdings noch nicht per Funk an das Internet anschlossen. In den kommenden Monaten soll zunächst unter anderem geprüft werden, welche Art von Medieninhalten über LTE verbreitet werden können. Auch Leistungsfähigkeit und Reichweite kommen unter die Lupe.
Außerdem werden Untersuchungen angestrebt, ob und falls ja welche Störpotentiale durch die neue Mobilfunktechnik gegenüber anderen Funksystemen ausgehen. Dem WDR ist es beispielsweise wichtig, dass die Funksignale den Fernsehempfang über DVB-T beziehungsweise die Einspeisesignale für TV-Kabelnetze nicht stören. "Das Internet wird aber auch immer wichtiger als Verbreitungsweg für unsere Sendungen", sagte Heiz-Joachim Weber, WDR-Direktor Produktion und Technik. Mobiles Internet mit hohen Datenraten könne auch "bei der technischen Abwicklung unserer aktuellen Berichterstattung helfen", so Weber weiter. Der WDR plant, LTE für aktuelle Hörfunk- und Fernseh-Reportagen zu nutzen.
Über LTE soll es möglich werden, mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Internet zu surfen. Ein weiterer Vorteil von LTE ist die geringe Latenzzeit, die bei nur fünf Millisekunden liegt. Ferner soll sich der Betrieb der vierten Mobilfunk-Generation auch finanziell rechnen, da die Datenübertragung kostengünstiger als bei UMTS und HSDPA erfolgen kann. Das könnte im Umkehrschluss auch zu günstigeren mobilen Datentarifen führen.
Startzeitpunkt für Endkunden noch unklar
Die für den LTE-Betrieb notwendigen Frequenzen sollen nach derzeitigem Plan im Jahr 2010 versteigert werden. Allerdings droht sich diese Versteigerung aufgrund von Unstimmigkeiten mit der EU-Kommission zu verschieben, wenn nicht sogar zu scheitern. Unter anderem hatten sich E-Plus und o2 beschwert, bei der geplanten Frequenz-Vergabe benachteiligt zu werden.

(Hayo Lücke)

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