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LTE-Strahlung soll unbedenklich sein

Das Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF) hat eine erste bundesweiten Studie zu Immissionen im LTE-Regelbetrieb durchgeführt.

16.01.2013, 12:16 Uhr
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Wo bereits eine Mobilfunkantenne über GSM oder UMTS funkt, führt die neue Mobilfunktechnik LTE (Long Term Evolution) nur zu einer geringfügig höheren Strahlenbelastung, die aber immer noch weit unter den zulässigen Grenzwerten liegt. Zu diesem Schluss kommt das Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF) in einer ersten bundesweiten Studie zu Immissionen im LTE-Regelbetrieb.

Weit unter den Grenzwerten

Durchgeführt wurde die Studie im Herbst 2012 vom Institut für Mobil- und Satellitenfunktechnik (IMST) mit Unterstützung der 16 Landesumweltministerien sowie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU). Je Bundesland wurde eine LTE-Basisstationen ausgewählt, die gleichzeitig auch für Mobilfunk über GSM und/oder UMTS genutzt wurde. Gemessen wurden elektromagnetische Felder im Wohnbereich sowie in der Nähe von Schulen und Kindergärten. Diese Orte unterschieden sich in der Entfernung zur LTE-Antenne sowie in der Lage (Ausrichtung, freie Sicht).

Einige der LTE-Standorte funkten im Frequenzbereich um 800 Megahertz (MHz), der vor allem genutzt wird, um ländliche Gebiete zu erschließen, in denen kein DSL-Anschluss geschaltet werden kann. Andere Antennen funkten im Bereich um 1,8 Gigahertz (GHz), der überwiegend in Ballungszentren verwendet wird. An 76 der 91 Messpunkte wurden lediglich 5 Prozent der gültigen Feldstärke-Grenzwerte ereicht – auch bei angenommener Maximalauslastung. An 86 Messpunkten waren es weniger als 10 Prozent. Die höchsten LTE-Immissionen wurden an einem Standort gemessen, der sich 24 Meter von der Antenne entfernt befand. Sie betrugen 13,53 Prozent des maximal zulässigen Wertes.

Verschiedene Faktoren berücksichtigen

Die Immissionen sollen aber nicht vom Abstand zur Mobilfunkanlage abhängen. "Bei der Betrachtung der an einem Messpunkt ermittelten Immissionen darf man die Einflussfaktoren nie isoliert betrachten. Man muss Besonderheiten wie Montagehöhe, Ausrichtung und Neigungswinkel der Antennen, die Bebauung in der Umgebung sowie andere am Messort vorhandene Funksysteme kennen und ihre Einflüsse berücksichtigen", erklärt Dr. Christian Bornkessel, Leiter des IMST-Prüfzentrums.

Die Mobilfunktechnik Long Term Evolution wird auch von anderer Seite als unbedenklich gesehen: "Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es bei derart geringen Feldstärken keinen begründeten Verdacht auf Gesundheitsrisiken", so Dr. Matthias Otto von der gemeinnützigen Kinderumwelt GmbH in Osnabrück. Auch Bundesregierung, Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und Strahlenschutzkommission (SSK) weisen laut IZMF übereinstimmend darauf hin, dass die geltenden Grenzwerte der Bevölkerung einen zuverlässigen Gesundheitsschutz bieten.

Weitere Ergebnisse der LTE-Messreihe lassen sich unter izmf.de einsehen.

(Peter Giesecke)

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