Untersuchung

LTE-Kooperation von Telekom und Vodafone im Visier des Kartellamts

Die Deutsche Telekom und Vodafone wollen gemeinsam 4.000 graue Flecken bei der Mobilfunkversorgung in Deutschland erschließen. Das Bundeskartellamt prüft nun, ob dadurch Wettbewerber benachteiligt werden.

Jörg Schamberg, 09.09.2020, 15:06 Uhr (Quelle: DPA)
Handymast© Wolfgang Cibura / Fotolia.com

Das Bundeskartellamt nimmt die Kooperation der Mobilfunkanbieter Telekom und Vodafone im LTE-Netz unter die Lupe. Die Behörde prüfe die kartellrechtliche Zulässigkeit der Zusammenarbeit, betätigte ein Sprecher der Behörde am Mittwoch. "Im Moment ist das Bundeskartellamt in Kontakt mit den Kooperationsbeteiligten und weiteren Marktteilnehmern", sagte Behördenchef Andreas Mundt dem "Handelsblatt". Das Bundeskartellamt begrüße grundsätzlich Kooperationen zur Verbesserung der Netzabdeckung, sie dürften aber "den Wettbewerb nicht ausschalten".

Telekom und Vodafone wollen gemeinsam 4.000 graue Flecken erschließen

Vodafone und Telekom hatten Anfang des Jahres angekündigt, gemeinsam rund 4.000 sogenannte graue Flecken auf der Mobilfunkkarte tilgen zu wollen. Das sind Antennenstandorte, an denen nur einer der beiden Unternehmen LTE anbietet. Telekom und Vodafone wollen sich dort gegenseitig Zugang zur jeweils eigenen Infrastruktur gewähren. Erschlossen werden sollen «graue Flecken» in ländlichen Regionen und entlang wichtiger Verkehrswege.

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Benachteiligung von Telefónica oder 1&1 Drillisch?

Das Kartellamt will prüfen, ob Rivalen wie Telefónica oder 1&1 Drillisch benachteiligt werden könnten. Es solle auch untersucht werden, ob eine Ausweitung der Zusammenarbeit auf andere Anbieter zu noch größeren Vorteilen für die Verbraucher führen könnte. Vodafone und Telekom hatten mitgeteilt, grundsätzlich stehe es beiden Unternehmen offen, ähnliche Vereinbarungen auch mit anderen Anbietern zu treffen. Vodafone befinde sich derzeit "mit Telefónica in ersten intensiven Gesprächen", sagte ein Unternehmenssprecher. Ein Telefónica-Sprecher berichtete von "fortgeschrittenen Gesprächen mit Marktteilnehmern".

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