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LTE-Ausbau: Vodafone ködert DSL-Kunden

Vodafone will beim Vertrieb seiner LTE-Tarife in Zukunft auch DSL-Kunden zu einem Wechsel bewegen. Spezielle Wechselangebote sind in Planung, der USB-Surfstick wird voraussichtlich ab August verfügbar sein. Und auch an der Preisfront soll sich etwas tun.

27.07.2011, 10:11 Uhr
Vodafone© Vodafone GmbH

UMTS, GSM, HSDPA, LTE. Das Kürzel-Durcheinander auf dem Mobilfunkmarkt ist groß. Was für Telekommunikationsexperten keine große Hürde darstellt, ist für Otto-Normal-Nutzer in vielen Fällen kaum noch nachzuvollziehen. Entsprechend müsse es in Zukunft darum gehen, Endkunden nicht mit den zahlreichen Abkürzungen zu konfrontieren, heißt es im Umfeld des Netzbetreibers Vodafone. Wichtig sei es zu vermitteln, dass über das Mobilfunknetz nicht nur telefoniert, sondern auch schnell im Internet gesurft werden könne. Eine Schlüsselrolle nimmt in diesem Zusammenhang das LTE-Netz ein, das in drei bis fünf Jahren deutschlandweit zur Verfügung stehen soll. Ziel ist in diesem Zusammenhang auch, DSL-Kunden zu einem Wechsel auf LTE zu bewegen.

Wechsel zu LTE soll attraktiver werden

Schon heute kann Vodafone mehr als 4 Millionen Haushalte per LTE erreichen. Aufgrund des schnellen Ausbaus werde schon bald eine zweistellige Millionenzahl erreicht, erfuhr onlinekosten.de aus Vodafone-Kreisen. Die wachsenden Möglichkeiten, immer mehr Kunden mit LTE-Tarifen versorgen zu können, sollen auch für DSL-Wechselangebote genutzt werden. Denkbares Szenario: bei LTE-Interessierten verzichtet Vodafone während noch laufenden DSL-Vertragslaufzeit auf die Berechnung einer Grundgebühr für den gebuchten LTE-Tarif. Erst wenn der DSL-Vertrag ausgelaufen ist, fallen für die LTE-Nutzung im Vodafone-Netz die monatlichen Gebühren an.

Apropos Gebühren: bei Vodafone ist man sich dem Vernehmen nach darüber im Klaren, dass das derzeitige Preisniveau für LTE-Tarife insbesondere in Großstädten kaum konkurrenzfähig wäre. "Wenn wir in die Städte gehen, wird sich bei den Preisen sicherlich etwas tun", sagte ein Vodafone-Manager am vergangenen Wochenende in Köln unter Verweis auf die starke Konkurrenz durch Kabelnetzbetreiber und deren breitbandige Internettarife. Bei der LTE-Vermarktung wird Vodafone unter anderem einen Fokus auf die mögliche Mobilität legen. Singles, die viel unterwegs sind, seien nur eine denkbare Zielgruppe. Voraussichtlich ab August soll es bei Vodafone einen passenden LTE-Surfstick zu kaufen geben, mit dem die LTE-Nutzung auch unterwegs möglich ist.

Traffic-Begrenzungen sollen bleiben

Gleichwohl schließt man bei Vodafone aus, in naher Zukunft auf Traffic-Limits zu verzichten. Auf der einen Seite sollen Poweruser, die eine Mobilfunkzelle mit bis zu 120 Gigabyte Datenvolumen pro Monat belegen, ausgeschlossen werden. Die andere Seite der Medaille: Premium-Kunden, die schon heute bereit seien, einen hohen Preis für LTE-Tarife zu zahlen, sollen auch unterwegs LTE nutzen können. "Für diese Kunden muss unser Service grundsätzlich verfügbar sein", sagte der Vodafone-Manager. Man müsse einen "Schutz des Netzes" gewährleisten. Das derzeitige Tarifangebot sei auf 60 bis 80 Prozent der potenziellen Kunden ausgerichtet, die das Internet normal nutzen. Zu beachten sei außerdem: wer sein monatlichen Datenvolumen überschreite surfe über das UMTS-Netz mit bis zu 384 Kilobit pro Sekunde immer noch mit einer "akzeptablen Geschwindigkeit".

(Hayo Lücke)

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