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Low-Budget-Filme profitieren von illegalen Kopien

Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität in München und der Copenhagen Business School kommen in einer gemeinsamen Studie zu dem Schluss, dass die Schließung des Filehosters Megaupload Anfang 2012 Filmen mit einem großen Budget Mehreinnahmen an der Kinokasse beschert habe.

28.08.2013, 15:01 Uhr
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität in München und der Copenhagen Business School kommen in einer gemeinsamen Studie zu dem Schluss, dass die Schließung des Filehosters Megaupload Anfang 2012 Filmen mit einem großen Budget Mehreinnahmen an der Kinokasse beschert habe, Filmen mit einem kleinen oder mittleren Etat dagegen weniger. Profitiert hätten also nur die Blockbuster der großen Filmstudios.

Neue Zuschauer per Mundpropaganda

Die Effekte seien letztlich aber nur gering gewesen. Die Studie zeigt auch lediglich diesen Zusammenhang, kann zu den Gründen aber nur Vermutungen anstellen. So würden Empfehlungen über soziale Netzwerke anscheinend helfen, neue Zuschauer zu finden – auch zahlende. Davon profitieren dann vor allem unbekannte Filme, die stärker auf Mundpropaganda angewiesen sind. Entscheidend sei also letztlich nicht das Budget des Films, sondern des Marketingetats.

Megaupload wurde Anfang 2012 auf Betreiben des US-Justizministeriums geschlossen. Dem Betreiber Kim Dotcom, der in Deutschland als Kim Schmitz geboren wurde und jetzt in Neuseeland lebt, droht eine Auslieferung in die USA.

Nachfolger Mega verschlüsstelt Daten

Als Nachfolger von Megaupload hat Dotcom in diesem Jahr den Filehoster Mega gestartet, der alle Daten bereits auf dem Rechnern der Nutzer verschlüsselt, sodass der Betreiber nicht unterscheiden kann, bei welchen Daten es sich um eine Urheberrechtsverletzung handelt. Auf Mega können deshalb nicht die juristischen Hebel angewendet werden, die Megaupload haben schließen lassen.

(Peter Giesecke)

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