News

Los Angeles plant kostenloses Internet per Glasfaser für alle 3,5 Millionen Einwohner

Die US-Metropole Los Angeles will im Dezember eine Ausschreibung für ein Glasfasernetz starten, das alle Privatkunden, Unternehmen und Behörden mit kostenlosem Breitband versorgt. Die Ausbaukosten werden auf bis zu 5 Milliarden US-Dollar geschätzt.

06.11.2013, 19:50 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Internet per Glasfaser zum Nulltarif? Kein Witz, sondern das ehrgeizige Ziel der Stadt Los Angeles. Laut einem Bericht des US-Internetportals ars technica würde das geplante Vorhaben die Ausmaße von Google Fiber, dem Glasfaserprojekt des US-Internetkonzerns, noch übertreffen. Während Google die Städte Kansas City, Austin und Provo mit einem Highspeed-Netz versorgen wird, will die kalifornische Metropole Los Angeles kostenlose Internetzugänge für alle rund 3,5 Millionen Einwohner schaffen. Der schnelle Internetanschluss soll sowohl von Privat- als auch Geschäftskunden genutzt werden können.

Ausbaukosten von bis zu 5 Milliarden Dollar

Die Stadt Los Angeles will voraussichtlich im kommenden Monat eine entsprechende Ausschreibung veröffentlichen, drei Monate lang können Interessenten dann Gebote abgeben. An das Glasfasernetz angebunden werden sollen sowohl alle Privathaushalte, alle Unternehmen sowie alle städtischen Verwaltungseinrichtungen innerhalb der Stadt.

Los Angeles rechnet für den Glasfaserausbau mit Kosten zwischen 3 und 5 Milliarden US-Dollar, diese Investitionen sollen von den anbietenden Unternehmen getragen werden. Die Stadt selber werde keine eigenen Mittel beisteuern. Über das Glasfasernetz soll ein kostenloser, eventuell durch Werbung subventionierter, Basis-Internetzugang mit Bandbreiten zwischen 2 und 5 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) angeboten werden. Kostenpflichtig sollen darüber hinaus Bandbreiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde erhältlich sein. An öffentlichen Plätzen sollen zudem WLAN-Hotspots errichtet werden. Andere Provider würden auf Wholesale-Basis Zugang zu dem Netz erhalten, so dass diese ebenfalls Dienste offerieren können.

AT&T und Verizon als mögliche Netzbetreiber?

Der Gewinner der Ausschreibung müsse nicht zwingend Telefon- und TV-Dienste anbieten, aber die Stadt L.A. sieht ein solches Angebot als wahrscheinlich an. Ein Ausbau würde sich vor allem lohnen, wenn Triple-Play-Pakete angeboten werden könnten. Bei der Ausschreibung würden zudem Bieter bevorzugt, die Mobilfunkdienste und Hosting für Rechenzentren anbieten. In Frage kämen hier beispielsweise AT&T und Verizon. Google hätte mit seinem Fiber-Angebot in der jetzigen Form dagegen wohl keine Chancen in L.A., da Googles Glasfaserprojekt lediglich Privatkunden offenstehe, eine Geschäftskunden-Komponente fehle jedoch.

Bewohner von Los Angeles können aktuell Breitband mit Bandbreiten zwischen 5 und 50 Mbit/s von Anbietern wie AT&T, Time Warner, Verizon, Cox und Charter nutzen. Gigabit-Geschwindigkeit steht Geschäftskunden zwar bereits zur Verfügung, im Vergleich mit anderen US-Städten ist der schnelle Internetzugang aber teuer. Los Angeles will mit dem geplanten Glasfasernetz neue Unternehmen anzuziehen, bestehende Firmen sollen zudem davon abgehalten werden, der Stadt den Rücken zu kehren.

(Jörg Schamberg)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang