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Londoner U-Bahn bald mit Wi-Fi?

Das älteste U-Bahn-Netz der Welt soll bis 2008 mit Funkmasten für Handy- und Internet-Verkehr ausgebaut werden.

19.04.2006, 17:43 Uhr
Welt© Julien Eichinger / Fotolia.com

Einer der wenigen Orte, an denen man heutzutage noch nicht mobil telefonieren oder per Wireless-Verbinding im Internet surfen kann ist die U-Bahn. Gerade die Betreiber des ältesten U-Bahn-Netzes der Welt wollen das nun ändern. In der "Tube" (Röhre), wie die U-Bahn von den Londonern genannt wird, soll nach erfolgreicher Erprobung bis zum Sommer 2008 ein komplettes Funknetz aufgebaut werden.
Stimmen aus dem Untergrund
Die "London Underground" (LU) plant die Vernetzung von allen 270 U-Bahn-Haltestellen mit Mobilfunkmasten. Bis jetzt meldeten bereits 70 Unternehmen ihr Interesse an, die Tube mit Mobilfunk-Dienstleistungen und der nötigen Technik zu versorgen. Die Betreiber der U-Bahn hoffen, dass die Funkmasten dann nicht nur für Handys nutzbar seien werden, sondern ein völlig neues Serviceangebot von Internet-HotSpots bis hin zu Radio und Fernsehen unter die Erde bringen.
Eine Ausschreibung für das Unterfangen könnte nach Angaben eines LU-Sprechers Anfang 2007 starten. Der Vertrag sollte dann Ende des Jahres unterschrieben werden. Der ursprüngliche Plan, das gesamte Tunnelnetz bis Sommer 2008 mit Funktechnik zu versorgen, scheint dann allerdings etwas knapp berechnet. Konkrete Angaben konnten bis zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht gemacht werden.
Sicherheitsrisiko
Den Plan für ein stadtweites Untergrundnetz gibt es schon seit 2004. Nach den Bombenanschlägen in Madrid und London war das Vorhaben allerdings Gegenstand heftiger Diskussionen. Die Bomben waren per Handy-Timer gezündet worden. Auch wenn die Countdown-Funktion keinen direkten Bezug zum mobilen Netz hat - der Timer kann auch ohne Empfangsnetz benutzt werden - stellte sich die Partei der Liberalen Demokraten gegen das Funknetz im Tunnel - zu groß war die Angst vor Missbrauch durch Terroristen.
Die Gemüter scheinen sich beruhigt zu haben. Die "Liberal Democrats" sehen das Funknetz nun weniger als Sicherheitsrisiko, als dass es bei der Kommunikation in Notfällen sogar lebensrettend sein könnte. So lange es möglich sei, die Timer-Funktion eines Handys als Auslöser zu nutzen, sollten einfache Anrufe in der U-Bahn kein größeres Risiko darstellen, räumte eine Sprecherin der Liberalen ein.

(Philip Meyer-Bothling)

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