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Lösung für VoIP-Notrufe gefunden

Die Management-Beratung Detecon hat gemeinsam mit der Fachhochschule Frankfurt am Main eine Lösung für die Lokalisierung von VoIP-Notrufen entwickelt.

29.06.2006, 15:02 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Notrufe über VoIP abzusetzen war bislang so eine Sache: die wenigsten VoIP-Anbieter können überhaupt eine Erreichbarkeit der 112 gewährleisten. Ausnahmen bilden da unter anderem sipgate, dus.net oder auch outbox. Allerdings behelfen sich diese Services mit einer "zu Fuß"-Lösung: sie ordnen der Rufnummer eines Kunden manuell eine Adresse zu. Wählt dieser dann den Notruf, schickt ihn das System automatisch an die Leitstelle, die der angegebenen Adresse am nächsten ist. Leider erhält diese Notrufzentrale auch den Anruf dieses Kunden, wenn er gerade auf Mallorca aus dem Alkoholkoma erwacht und nach Hilfe ruft. Was im Festnetz eine Selbstverständlichkeit ist, fehlt bislang bei VoIP: eine automatische Lokalisierung des Anrufers übers Internet war bisher nicht möglich.
SIP hilft beim Auffinden
Jetzt gibt allerdings die Management-Beratung Detecon International bekannt, gemeinsam mit der Fachhochschule (FH) Frankfurt am Main eine Lösung für das Problem gefunden zu haben. Das entwickelte System identifiziert beim Notruf 112 den aktuellen Standort des Anrufers und leitet den Hilferuf zur nächstgelegenen Rettungseinsatzstelle weiter. Besonders wichtig ist das bei so genannten Röchel-Anrufen: kann sich das Opfer nicht mehr klar artikulieren, ist eine automatische Lokalisierung besonders wichtig. Das neue Modell ermittelt nun den korrekten Standort auf Basis des weit verbreiteten SIP-Protokolls, das bei VoIP für den Verbindungsaufbau sorgt.
Schnittstellenstandards erforderlich
Um ein VoIP-Telefonat einzuleiten, muss das SIP-Telefon sich zunächst am heimischen SIP-Server anmelden, um die aktuelle Internetadresse mitzuteilen. "Aufgrund dieser Signale zwischen Endgerät und SIP-Server sollen die physischen Netzwerkadressen im Zugangsnetz ausgelesen und dem Nutzer zugeordnet werden", erklärt Professor Dr. Ulricht Trick von der FH Frankfurt. Daraus lasse sich wiederum eindeutig auf den genutzten DSL-Eingangsport schließen, so Trick weiter. Das Modell ermittle auch dann den Standort korrekt, wenn der abgesetzte Notruf im IP-Netz nacheinander Einwahlknoten mehrerer Provider und sowohl Ethernet- als auch ATM-Netze durchlaufen müsse. Für komplexere Netzszenarien müssten sich jedoch noch die Technikanbieter und Behörden auf Schnittstellenstandards einigen, um die erforderliche Kommunikation zwischen verschiedenen Providern zu ermöglichen.

(Aleksandra Leon)

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