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Live im Netz: Wahlanalyse mit Piraten, Blogs & Co.

Am 27. September berichtet das "Wahlstudio im Netz" von Bundesradio.de und dctp.tv rund fünf Stunden live im Internet über die Wahl aus Netz-Perspektive. Mit dabei sind bekannte Blogger, Politiker und Wissenschaftler. Auch das ZDF berichtet online und präsentiert die "Wahl im Web" mit Markus Kavka.

Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com
Es ist längst kein Geheimnis mehr: Wer die jungen Nutzergruppen erreichen will, braucht unbedingt eine eigene Webpräsenz. Das Internet ist das Leitmedium der Generation unter 30 und ringt mit dem Fernsehen um den ersten Platz im täglichen Medienkonsum – ganz gleich, ob der Fokus auf Unterhaltung oder Informationsangeboten liegt. Im Wahlkampf wird daher die Verbindung beider Formate bereits intensiv praktiziert, um insbesondere die Jugend für Politik zu begeistern. Auch am Tag der Entscheidung gibt es eine Berichterstattung aus dem Web - speziell für das Web: Das "Wahlstudio im Netz" berichtet live bei Bundesradio.de und dctp.tv. Das ZDF hingegen präsentiert die "Wahl im Web".

Blogger im direkten Dialog

Die Moderation übernehmen der Journalist Philip Banse sowie der Podcast-Produzent Tim Pritlove. Beide analysieren mit Bloggern, Politikern und Wissenschaftlern die Bundestagswahl aus netzpolitischer Perspektive. Eine spannende Runde ist durch die über 15 Gäste garantiert. Mit dabei sind unter anderem die Blogger Markus Beckedahl (Netzpolitik.org) und Johnny Haeusler (Spreeblick.com), die Politiker Niels Korte (CDU) und Florian Bischof (Piratenpartei) sowie die Journalisten Jakob Augstein (Verleger des Freitag) und Peter Schink (Welt.de). Das "Wahlstudio im Netz" will den Wahlkampf im Web in den Mittelpunkt stellen und Hintergründe zum gesamten Wahlablauf liefern.

Debatte über die Zukunft des Internets in Staat und Gesellschaft

Neben der Beobachtung des Netzgeschehens in Blogs und auf Twitter soll etwa die Bedeutung des Wahlergebnisses für Themen wie Urheberrecht und Netzneutralität sowie Datenschutz und Kommunikationsüberwachung intensiv diskutiert werden. Zusätzlich zur aktuellen Beurteilung der Ereignisse am Wahltag will das Projekt aber ebenso über das Tagesgeschehen hinausblicken. Im Mittelpunkt steht dabei die Debatte über die Zukunft des Internets in Staat und Gesellschaft.

So suchen die Beteiligten nach zukünftigen Regeln für eine globale Internet-Community, die möglichst ohne Staatsbeteiligung auskommen sollen. Auch Formen politischen Engagements im Netz stehen auf der Agenda. Obwohl die Internet-Sendung nach Angaben der Veranstalter ein "No-Budget-Projekt" ist und ihre Entstehung experimentierfreudigen Journalisten sowie Technikern verdankt, berichten zudem gleich mehrere Reporter live aus einem Wahllokal und von Partys der Parteien.


Am 27. September um 15:30 Uhr geht's los

Das "Wahlstudio im Netz" startet am 27. September um 15:30 Uhr und sendet per Video- und Audiostream rund fünf Stunden live aus dem Betahaus in Berlin Kreuzberg. Dahinter stehen das Berliner Politikradio Bundesradio.de sowie der Fernsehdienstleister Development Company for Television Program mbH (dctp), der unter anderem an der Ausstrahlung von Formaten wie "Spiegel TV", "Süddeutsche TV" und "Stern TV" beteiligt ist. Das ZDF hat ebenfalls die Zeichen der Zeit erkannt und versucht seinen Marktanteil insbesondere bei den jüngeren Zuschauern wieder zu erhöhen. Die Mittel: Neben Design-Überarbeitungen bei Homepage und heute-Nachrichten gibt es zunehmend eine stärkere Verknüpfung von Internet und TV-Programm. Besonders im Vorfeld der Bundestagswahl haben die Mainzer versucht, das Web als Informationsplattform sinnvoll einzusetzen. So gibt es bereits eine eigene ZDF-Wahlplattform bei Youtube, die explizit auf Erstwähler ausgerichtet ist. Am Sonntag legen die Fernsehmacher nun nach und präsentieren die "Wahl im Web".

Live-Chat mit Politikern

In der interaktiven Online-Sendung "Wahl im Web" betrachten Moderator Markus Kavka und sein Team aus Internet-Experten den Wahlabend aus der Netzperspektive. Interviewgäste sind der jüngste Bundestags-Direktkandidat Enno Munzel (parteilos) und - auch hier - der Blogger Markus Beckedahl (Netzpolitik.org). Zuschauer können via Twitter sowie Chat mitdiskutieren und ihre Fragen direkt an die Politiker stellen. Die "Wahl im Web" sendet ab 17:30 Uhr bis 20:00 Uhr live aus Berlin - auf heute.de und im ZDFinfokanal.


Darüber hinaus zeigt das ZDF die aktuellen Zahlen, Analysen und Hintergründe zur Wahl ohne Zeitbegrenzung bei ZDFonline. Hier finden die Nutzer alle Hochrechnungen und Ergebnisse der "Forschungsgruppe Wahlen" in einer interaktiven Animation. Hinzu kommen aktuelle Videos mit Interviews von Politikern und erste Einschätzungen von Experten. Ab 16:50 Uhr am Wahlabend bietet heute.de auch den Livestream des ZDF-Hauptprogramms. Parallel dazu können die Nutzer das Wahlgeschehen direkt über eine Facebook-Anbindung live kommentieren - ohne zusätzliche Anmeldung.

(Christian Wolf)

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