Spiele

Live Gamer startet virtuellen Handelsplatz

Die Plattform soll in Kooperation mit den Spieleherstellern direkt in die Online-Spiele integriert werden. So können nicht nur virtuelle Gegenstände gehandelt werden, sondern auch gegen reale Währung gekauft werden.

21.12.2007, 13:01 Uhr
Internet© Anterovium / Fotolia.com

Wer schon einmal mit Spielen, wie World of Warcraft, Everquest oder Herr der Ringe in eine virtuelle Onlinewelt eingetaucht ist, der kennt das Problem: Da gibt es Spieler, die nur wenig Zeit haben, ihren Charakter durch das Lösen von Aufgaben oder Kämpfe voranzubringen, während andere viel Zeit und Mühe in das Spiel investieren. Ihre Belohnung ist in der Regel ein höherer Status, eine bessere Ausrüstung und zahlreiche Gegenstände, die der Gelegenheitsspieler kaum erreichen kann. Das haben auch die Betreiber der neuen Handelsplattform LiveGamer.com erkannt.
Integration in Online-Spiele
Die Betreiber präsentieren sich selbst als eine komplett integrierte Marktplatzlösung für virtuelle Güter. Die Internetseite stellt dabei lediglich Informationen über den Dienst für Interessenten bereit. Der eigentliche Handelsplatz wird wie ein Addon in das jeweilige Spiel integriert, um so der Spielergemeinde "ein nahtloses Spielvergnügen" zu bieten. Über eine je nach Spielbetreiber individuell gestaltete und angepasste Benutzeroberfläche können dann im Spiel virtuelle Gegenstände und Dienstleistungen wie Ausrüstungsgegenstände oder Quest-Hilfen gehandelt werden. Zusätzlich können auch Gegenstände direkt gekauft werden.
Riesiger Markt
Obwohl das Thema auch bei Spielern heftig umstritten ist, sieht Live Gamer im In-Game-Handel einen riesigen Markt. Demnach könnten hier jährlich umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro mit dem Kauf und Verkauf von virtuellen Gegenständen und Dienstleistungen umgesetzt werden. Mit der Einführung einer professionellen und sicheren Handelsplattform soll auch den zahlreichen Betrügereien ein Riegel vorgeschoben werden, die beispielsweise beim Transfer von Charakteren oder In-Game-Währung gegen echtes Geld vorkamen.
Kooperation mit bekannten Partnern
Ohne Unterstützung der Spielindustrie wäre eine Integration der virtuellen Handelsplattform nur schwer umzusetzen. Umso erfreulicher ist es, dass Live Gamer gleich zum Start eine ganze Reihe wichtiger Kooperationspartner gewinnen konnte. Darunter sind unter anderem auch bekannte Massive-Mulitplayer-Online-Role-Playing Game-Anbieter (MMORPG) wie Funcom (Age of Conan, Midgard), Sony Online Entertainment (Everquest, Vangard), 10Tacle Studios (Neocron) und Acclaim (2moons), die mit ihren Pixel-Online-Welten rund um den Globus bereits Millionen von Spielern begeistern.
Vorreiter "Second Life"
Als einer der ersten Unternehmen hat Sony Online Entertainment die Zeichen der Zeit erkannt und bietet auf einigen Everquest-2-Servern bereits seit längerem ein so genanntes "Real-Money-Trading-System" an, mit dem virtuelle Gegenstände wie Waffen, Rüstung und Tränke gegen reales Geld gekauft werden können. Auch in der Onlinewelt von Second Life floriert bereits seit Monaten der Handel mit virtuellen Gütern. Als In-Game-Währung wurde hier der Linden-Dollar eingeführt, der wiederum zu einem bestimmten Wechselkurs gegen Bares umgetauscht werden kann.

(Michael Friedrichs)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang